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Die meisten Komponenten des Rennmotorrads, das Jan Pitz präsentiert, haben die Studenten der THM selbst entwickelt.

Kühler aus dem Drucker

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Gießen (pm). Die Entwicklung und der Bau eines Rennmotorrads mit Verbrennungsmotor ist das Ziel des neuesten Projekts von THM Motorsport. Damit will die studentische Gruppe von der Technischen Hochschule Mittelhessen im Sommer an einem internationalen Wettbewerb im spanischen Alcañiz teilnehmen. Bei der “MotoStudent International Competion„ treten die Konkurrenten in 15 verschiedenen Leistungskategorien gegeneinander an.

Bewertet werden unter anderem Bremsen, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und die Wendigkeit des Fahrzeugs. Das Abschlussrennen führt über zwölf Runden à fünf Kilometer. Punkten können die Teilnehmer aber auch mit besonders innovativen Ingenieurleistungen.

Zwei Standorte kooperieren

Zum aktuellen THM-Team gehören vor allem Studenten der Fachbereiche Maschinenbau und Energietechnik aus Gießen und Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie aus Friedberg. Betreuer sind die Professoren Klaus Herzog und Claus Breuer.

In ihren Arbeiten entwickeln die Studenten selbstständig Teilkomponenten des Motorrads wie Lenk- und Bedienelemente, Fahrzeugelektrik und -elektronik, das Kühl- und Kraftstoffsystem oder das Ansaug- und Abgassystem für den Motor. Masterstudent Jan Pitz hat in einer Projektarbeit einen neuartigen Kühlertyp mit stromlinienförmig ausgebildeten Kühlwasserkanälen konstruiert, der ohne Lamellen auskommt. Bei gleicher Leistung wie herkömmliche Komponenten ist die Neuentwicklung deutlich kleiner und spart etwa ein Drittel an Gewicht. Mittelfristig gebe es hierfür im Rennsport einen Markt, vermutet Breuer.

Einen ersten Miniatur-Prototyp haben die Motorradbauer bereits in Zusammenarbeit mit dem Friedberger Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung hergestellt. Dort steht im Labor von Prof. Klaus Behler eine moderne Anlage für das selektive Laserstrahlschmelzen zur Verfügung.

Bei diesem Verfahren trifft ein Laserstrahl auf eine dünne Schicht Metallpulver und verschmilzt selektiv und präzise die Partikel miteinander. Gesteuert von einem CAD-Datensatz wird Schicht für Schicht Metallpulver aufgetragen und mit der darunterliegenden verschmolzen - so lange, bis das Werkstück fertig ist. Die Fertigung ist sehr flexibel und die Herstellung komplexer Teile möglich, ohne dass spanende Verfahren oder Formwerkzeuge eingesetzt werden müssten. So konnten für das Kühlsystem etwa die filigranen Kanalstrukturen mit Wanddicken von 0,3 Millimetern problemlos gedruckt werden. Der Kühlerprototyp wird im nächsten Schritt auf seine funktionalen Eigenschaften hin getestet und die Resultate mit Simulationsergebnissen verglichen. Anschließend soll eine größere Version für den Einsatz im Rennmotorrad hergestellt werden.

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