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Demonstranten kritisieren die "Zwangspsychiatrie".

Kritik an Psychiatrie - Vitos: Vorwürfe haltlos

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Gießen (kw). "Zwangspsychiatrien abschaffen": Das forderten am Mittwoch in der Fußgängerzone etwa ein Dutzend Vertreterinnen und Vertreter der "Selbsthilfegruppe Psychiatrie-Erfahrener". In Einrichtungen wie der Vitos-Klinik an der Licher Straße würden Patienten in ihren Menschenrechten verletzt, sagte Karla Keiner vom Landesverband. In Flugblättern ist die Rede von "heftigsten und tödlichen Nebenwirkungen" von Medikamenten sowie der Unterbringung psychisch kranker Straftäter "aus kommerziellen Gründen". Die Demonstration zum bundesweiten "Aktionstag der Psychiatrie-Toten" wurde unterstützt von Jörg Bergstedt und seiner Projektwerkstatt Saasen.

Sämtliche Vorwürfe seien "haltlos" und nachweislich unwahr, erklärt dazu auf GAZ-Anfrage Rouven Raatz, Sprecher der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina mit der Außenstelle Gießen. Die Klinik arbeite transparent und pflege Kontakte mit "allen, die an einem konstruktiven Austausch interessiert sind", darunter auch Patienten- und Angehörigen-Verbände.

Seit Monaten sei die Gießener Klinik mit Beleidigungen und Bedrohungen konfrontiert, so Raatz. Diese würden vor allem über "soziale" Medien im Internet verbreitet. Im Frühjahr klebten Unbekannte rund um das Gelände handgeschriebene Flugblätter an Ampelmasten und Bushäuschen, in denen unter anderem "Folter" angeprangert wurde. In all diesen Fällen hat Vitos Anzeige erstattet. "Die Ermittlungen laufen", sagt dazu Thomas Hauburger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen.

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