Nach Anzeigenkampagne

Kritik am Chef der Ärztekammer

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Gießen (mac). Unter Gießener Ärzten wird Kritik laut am Mitwirken der Bezirksärztekammer an der Anzeigen-Kampagne einiger Institutionen und Vertreter des Handels gegen den vom Stadtparlament beschlossenen Verkehrsversuch am Anlagenring. Am Samstag war in dieser Zeitung eine Anzeige erschienen, die den Beschluss kritisiert. Als Unterstützer war u.a.

Hans-Martin Hübner als Präsident der Bezirksärztekammer aufgeführt. Eigenen Angaben zufolge hatte Hübner über die Teilnahme an der Kampagne selbst entschieden, ohne vorher Rücksprache mit Mitgliedern der Kammer zu halten. Das hat bei einigen Ärzten für Empörung gesorgt. »Ich bin Teil der Ärzteschaft mit Praxis in der Innenstadt und fahre - wie viele Kollegen - täglich mit dem Rad in die Praxis. Mir ist unverständlich, wie der Vorsitzende der Bezirksärztekammer behaupten kann, seine Privatmeinung sei die Meinung der Gießener Ärzteschaft«, kritisiert Hans-Werner Schläfer. In einem weiteren Schreiben eines Mediziners, das dieser Zeitung vorliegt, wird Kritik daran laut, dass Hübner den Eindruck entstehen lassen hat, die »Ärzte schätzten die wirtschaftlichen Interessen der BIDs höher ein als eine Gesundheitsvorsorge«. Hübner stehe nicht das Mandat zu, seine Privatmeinung noch dazu im Wahlkampf zur Ansicht einer ganzen Berufsgruppe zu erklären.

Hübner weist die Kritik zurück. In der Kürze sei keine Zeit für eine Mitgliederbefragung gewesen. Zudem habe er im Sinne der Patienten gehandelt, die ggf. Praxen in der Stadt aufgrund des Versuchs schlechter oder nicht mehr erreichen könnten. »Bei dem Vorhaben stört mich, dass die Interessen der Älteren, Kranken oder Behinderten zu kurz kommen«, sagt Hübner.

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