Michael Gilles und die Kinder vom Kinderchor Bonissimo meistern mit viel Freude ihre virtuelle Chorprobe fürs Krippenspiel. FOTO: PM
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Michael Gilles und die Kinder vom Kinderchor Bonissimo meistern mit viel Freude ihre virtuelle Chorprobe fürs Krippenspiel. FOTO: PM

Krippenspielprobe am Bildschirm

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Der Kinderchor Bonissimo der Bonifatiuskirche plant ein Krippenspiel zur Weihnachtszeit. Doch weil das in Corona-Zeiten nur mit Abstand möglich ist, gehen Kantor und Chorleiter Michael Gilles und die Kinder neue Wege.

Virtuelle Chorproben - für manche Gesangsgruppe ist das in den zurückliegenden Monaten leider notwendig geworden. Aber klappt das auch mit Kindern im Grundschulalter? Und kann man so sogar für ein Krippenspiel zu Heiligabend proben? Und wie! Das zeigen die Kinder des Chores Bonissimo an der Bonifatiuskirche und ihr Chorleiter, Regionalkantor Michael Gilles.

"Cooler wäre es natürlich, wenn wir es gemeinsam singen könnten. Aber das geht nicht", spricht Gilles die Kinder an, die sich mit ihm zur virtuellen Chorprobe treffen, und hält immer wieder Zettel mit Liedtexten zum Üben hoch. Henriette und Johann, Greta, Miri, Karla mit Elchhaarreif, und Pia, die als Erzählerin durch das Krippenspiel führen wird, lernen so die Texte auswendig. "Stille Nacht" oder "Wir folgen dem Stern" nehmen so Struktur an. "Ihr seid schon echt routiniert", lobt Gilles seine Schützlinge. Und das ist keine Übertreibung. Denn wo das Mikro an- und ausgestellt wird, wie man sich vor dem Bildschirm positioniert und "wie das auf dem Handy geht", das wissen die Kinder schon sehr gut.

Tafeln mit Textzeilen

Aber wie kann man die korrekten Einsätze üben, die für einen Chor doch so wichtig sind? Auch dafür findet sich eine Lösung und alle klatschen einfach gleichzeitig auf Kommando. "Ich sehe, dass ihr singt", muntert Gilles alle auf, denn das lässt sich auf der Online-Plattform nicht bei allen Teilnehmern gleichzeitig zuschalten. "Wisst ihr noch, was das für eine Sprache ist", will Gilles wissen, als er am Ende der Chorprobe noch zeilenweise den Text von "Gloria in excelsis deo" nach und nach vor den Bildschirm hält. "Latein", oder Griechisch?", erklingt es aus den Mikros und Miri traut sich sogar, eine Passage solo vorzusingen. Klar, dass bei soviel Konzentrationsarbeit auch immer mal wieder Bewegungsübungen eingebaut werden müssen.

"Meine erste Kinderchorprobe per Zoom hatte ich am 12. Mai diesen Jahres", erzählt Michael Gilles. Kurz zuvor habe er ein Online-Seminar über Chorproben via Zoom mitgemacht und da einige technische Details gelernt. "Vorher hatte ich davon keine Ahnung, die Laptop-Kamera habe ich vorher kaum benutzt." Aber mittlerweile gibt es viele Online-Seminare und auch YouTube-Videos zur Benutzung von Zoom für Chorproben.

Aber Text- und Melodien lernen ist das Eine, eine echte Krippenspielaufführung zu proben und auf Video aufnehmen das Andere. Bei einer Generalprobe Anfang der Woche wurden erstmal Sprechtexte und Lieder so gut wie möglich zusammengefügt. "Teilweise haben die Kinder auch mehrere Rollen. Maria und Josef sind daher auch die Könige und auch Engel. Das ist möglich, da wir es ja aufzeichnen und schneiden können", beschreibt der Chorleiter.

Und am kommenden Wochenende wird dann alles endgültig gefilmt - mit Abstand und mit unter Bärten oder Schals versteckten Masken. Gedreht wird an zwei verschiedenen Orten, manche Szenen in und um die Bonifatiuskirche. Für die Hirten-, Könige-, Engel- und Stallszenen nutzen die Bonissimos ein Reitzentrum bei Pohlheim als Kulisse.

Aus der Jugend der Bonifatiusgemeinde unterstützt Sven Kuczera mit Kamera-, Licht- und Tontechnik. Er wird auch das Video schneiden. Manuela Fey ist langjährige Assistentin im Kinderchor und führt Regie, Michael Gilles koordiniert alles und ist für die Musik zuständig, Gisela Zimmermann kümmert sich um die Kleider und die Requisiten.

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