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Es staut sich.

Stadtverkehr

Wer kriegt was vom Anlagenring?

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Gießen (mö). Tägliche Rückstaus in den östlichen und südlichen Stadtbereichen, Radfahrer im Kolonnenverkehr: Der Beginn des Wintersemesters der Hochschulen, das Ende der Herbstferien sowie einige Baustellen in der Stadt und auf dem Gießener Ring sorgen derzeit für extreme Verkehrsverhältnisse. "So voll wie nie" empfinden viele momentan die Innenstadt. Dieser Ist-Zustand zeigt, wie weit der Weg zu einer Beruhigung und Reduzierung des Stadtverkehrs noch ist.

So stehen aktuell auch keine politischen Entscheidungen über eine Neuverteilung des Straßenraums an; insbesondere, was den Anlagenring betrifft. Dies machte Stadträtin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) am Mittwochabend im Agenda-Rat deutlich, dem ein Dutzend Anträge der Agendagruppe "Nachhaltige Mobilität" vorlagen, darunter auch die Forderung nach Einrichtung einer Schnell- bzw. Straßenbahn, die die Stadtmitte mit dem Speckgürtel verbinden soll. "Es macht jetzt keinen Sinn, isolierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob am Anlagenring eine Fahrspur einer Straßenbahn oder dem Radverkehr zur Verfügung gestellt wird", verwies die Umweltdezernentin auf den neuen Verkehrsentwicklungsplan, der wohl aber erst in drei Jahren vorliegen wird. Da im Agenda-Rat das Konsensprinzip gilt, wird dieser Gruppenantrag nicht in den Geschäftsgang des Stadtparlaments gelangen.

Andere Punkte aus dem Forderungskatalog der Gruppe "Nachhaltige Mobilität" wie der nach einer Regelung für das Gehwegparken und einer Modernisierung des Parkleitsystems seien in Arbeit, erklärte Bürgermeister Peter Neidel. Der Antrag, feste "Blitzer" in der Neustadt und Bahnhofstraße zu installieren, wurde zurückgestellt. Zwei weitere Anträge aus anderen Gruppen zum Thema Verkehr haben sich aus Sicht des Rats erledigt: Die Einrichtung einer Fahrradstraße im Zuge der Goethestraße, die im Frühjahr kommen soll, und die Freigabe weiterer Einbahnstraßen für den Radverkehr. Letztere Maßnahme ist auch aus Sicht der grünen Radverkehrsexpertin Bettina Speiser in Gießen ausgeschöpft. "Mir fällt keine Einbahnstraße ein, die zwingend freigegeben werden müsste."

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