Betrüger im Kreis Gießen haben es auf Senioren abgesehen. Angeblich wollen sie die Regenrinnen reparieren.
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Betrüger im Kreis Gießen haben es auf Senioren abgesehen. Angeblich wollen sie die Regenrinnen reparieren.

Polizei warnt

Kreis Gießen: Viel zu viel für neue Regenrinne bezahlt – Vorsicht vor diesen „Handwerkern“

  • Ines Alberti
    VonInes Alberti
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Vermeintliche Handwerker treiben in Gießen und Umgebung ihr Unwesen. Ein zweiter Fall ist bekannt geworden, bei dem eine Regenrinne zu teuer erneuert wurde.

Update vom Donnerstag, 18.03.2021, 17:59 Uhr: Die Polizei Gießen warnt erneut vor falschen Handwerkern im Landkreis. Nachdem am vergangenen Montag (16.03.2021) bereits versucht wurde, eine Seniorin um mehrere tausende Euro zu betrügen, ist nun klar, dass es schon in der Vorwoche einen ähnlichen Fall in Pohlheim gab. Eine 86-Jährige meldete der Kriminalpolizei, dass bei ihr auch die Regenrinne von angeblichen „Handwerkern“ repariert wurde – allerdings bezahlte die Seniorin.

Am Mittwoch, dem 10. März, boten drei Männer dem älteren Ehepaar an, die Regenrinnen ihres Einfamilienhauses zu erneuern. Wie schon bei dem Fall in Gießen (siehe unten) forderten sie nach der beendeten Arbeit einen deutlich höheren Preis, als zunächst vereinbart. Die Seniorin willigte ein und fuhr zu einer Bank in der Neuen Mitte in Pohlheim – die „Handwerker“ folgten in einem weißen Sprinter. Bei der Bank angekommen hob die Dame das Geld ab und übergab es den Betrügern, die sich daraufhin aus dem Staub machten.

Die Polizei hat die Beschreibung der Tatverdächtigen ergänzt:

  • Erster Verdächtiger: etwa 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, kurze schwarze Haare, schmales Gesicht, Arbeitskleidung
  • Zweiter Verdächtiger: etwa 50 Jahre alt, etwa 1,65 Meter groß und kräftig, rundes Gesicht, leicht lockige schwarze Haare, Bauchansatz, Arbeitskleidung
  • Dritter Verdächtiger: etwa 20 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, kurze schwarze Haare

Kreis Gießen: Mehrere tausend Euro für neue Regenrinne gefordert

Erstmeldung vom Dienstag, 16.03.2021: Gießen - Betrüger haben in Gießen versucht, eine Seniorin um fast 9000 Euro zu erleichtern. Drei Männer gaben sich als Handwerker aus und boten der 80-Jährigen an, die Regenrinne ihres Hauses in der Robert-Sommer-Straße zu erneuern, wie die Polizei mitteilte. Die Männer klingelten demnach das erste Mal bereits am Samstag (13.03.2021) gegen 11.30 Uhr bei der Seniorin und boten ihre Handwerksleistung für 500 Euro an. Daraufhin starteten sie ihre Arbeiten und beendeten sie gegen 15 Uhr zunächst.

Am Montag (15.03.2021) kamen die drei Männer allerdings wieder, um den Rest zu erledigen, womit sie gegen 9.30 Uhr fertig waren. Dann verlangte einer der Männer, der sich als Chef der Handwerker ausgab, Kosten von 8.800 Euro von der Seniorin. Als diese nach einer Rechnung fragte, habe der Mann angegeben, dass sich die Kosten bei einer Rechnungserstellung um 30 Prozent erhöhen würden. Daraufhin wurde die Seniorin misstrauisch und informierte eine Freundin über die vermeintlichen Handwerker.

Gießen: Vermeintliche Handwerker flüchten vor Polizei

Die Seniorin fuhr dann laut Polizei mit den Betrügern zur Bank, um das Geld zu holen, und ging alleine hinein. In der Zwischenzeit informierte ihre Freundin die Polizei. Noch bevor die Streife bei der Bank ankam, flüchteten die „Handwerker“ mit einem weißen Transporter. Zu einer Geldübergabe war es nicht gekommen.

Polizei bittet um Hinweise zu Betrügern in Gießen

Die Betrüger waren an beiden Tagen mit einem weißen Sprinter in der Robert-Sommer-Straße in Gießen unterwegs. Wem die Männer und der Sprinter am Tatort aufgefallen sind oder anderweitig Hinweise auf die Identität oder das Kennzeichen geben kann, kann sich bei der Kriminalpolizei unter 0641/7006-2555 melden. Die Polizei warnt zudem ausdrücklich vor Geschäften an der Haustür, da unseriöse Arbeiter oft später mehr Geld verlangten als ursprünglich vereinbart. (ial)

Vor nicht allzu langer Zeit trieben Betrüger in Gießen mit einer anderen Masche ihr Unwesen: Betrügerische Anrufe von angeblichen Mitarbeitern der Stadtwerke Gießen verunsicherten im vergangenen Jahr viele Kunden.

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