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Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Rödgener Straße.

185 Infektionen

Kreis Gießen und Regierungspräsidium reagieren auf Corona-Ausbruch in Erstaufnahmeeinrichtung

  • Stephan Sippel
    vonStephan Sippel
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Die hessische Erstaufnahmeeinrichtung HEAE in Gießen hat in den letzten Tagen einen sprunghaften Anstieg bei den SARS-CoV-2-Infektionen gemeldet. Nun werden die Quarantänemaßnahmen ausgeweitet. Außerdem sollen kurzfristig zwei Hallen für Neuankömmlinge gebaut werden.

Gießen Nach weiteren positiven Ergebnissen bei Corona-Reihentestungen in der Gießener Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (HEAE) hat das Kreisgesundheitsamt eine Ausweitung der Quarantänemaßnahmen angeordnet. Stand Donnerstag gab es in der Einrichtung in der Rödgener Straße 185 SARS-CoV-2-infizierte Personen und 235 Kontaktpersonen in Quarantänegruppen.

In einer Verfügung an das Regierungspräsidium Gießen ordnete das Gesundheitsamt nun unter anderem an, dass Quarantänegruppen verkleinert und strikter voneinander getrennt werden müssen. Zudem sollen die Sicherheitsmaßnahmen angepasst werden, um die Quarantäneanordnungen durchzusetzen. Außerdem sollen die Bewohner regelmäßig getestet werden, um symptomlose Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Corona-Ausbruch in Gießener Erstaufnahmeeinrichtung: Leichtbauhallen werden errichtet

Das für die HEAE zuständige Regierungspräsidum kündigte gestern gleichzeitig an, dass auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung schon in den kommenden Tagen zwei Leichtbauhallen errichtet werden sollen. Gedacht sind sie für Flüchtlinge, die neu aufgenommen werden. Die jetzt registrierten Corona-Fälle ereigneten nämlich in zwei Gruppen der »Ankunfts-Quarantäne«. Laut RP durchlaufen alle Flüchtlinge, die neu nach Hessen kommen, diese Quarantäne 14 Tage lang vor der eigentlichen Aufnahme in die Einrichtung. Die jetzt positiv gestesten 185 Bewohner am Standort Gießen befänden sich ausnahmslos in einem abgesonderten Bereich.

Bei den betroffenen zwei Gruppen in der Ankunftsquarantäne muss nun abgewartet werden, bis keine neuen positiven Fälle mehr auftreten. Dies verlängere die Quarantänepflicht und reduziere die Aufnahmekapazitäten, heißt es in einer Mitteilung. Die im Spätherbst vom Land Hessen angemietete Jugendherbergen in Büdingen und Grävenwiesbach sowie die seit März wieder genutzte Einrichtung in der ehemaligen Starkenburg-Kaserne in Darmstadt könnten wegen der Hygienevorgaben nicht dichter belegt werden.

Corona-Ausbruch in Erstaufnahmeeinrichtung: Gießen-Inzidenz ohne Fälle niedriger

Die beheizten Leichtbauhallen werden laut den Plänen auf einer Parkplatzfläche sowie im Bereich des Sportplatzes innerhalb von drei bis vier Tagen errichtet. Fußboden, Dach und Wände sind massiv und wärmegedämmt. In jeder Leichtbauhalle entstehen 18 Räume mit einer Größe von rund 30 Quadratmeter und einem Fenster.

Nach Angaben des Landkreise gab es am Donnerstag es in der Stadt Gießen 270 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage, was bei 89 802 Einwohnern zu einer Inzidenz von 300,7 führt. Von den 270 Neuinfektionen waren 41 Fälle (15 Prozent) der Erstaufnahmeeinrichtung in der Rödgener Straße zugeordnet. Ohne diese Fälle hätte die Inzidenz der Stadt Gießen bei 255 liegen, schreibt der Landkreis.

Gießen: Corona-Inzidenz in der Stadt sinkt wieder

In der Stadt Gießen ging die Inzidenz gestern vom Höchstwert wieder deutlich zurück auf 266,1, es gab 527 aktive Corona-Fälle. Das Universitätsklinikum betreute 73 Patienten mit Covid-19, davon 37 auf Intensivstationen und 36 auf Normalstationen. (si)

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