Eine FFP-2-Maske liegt in der menschenleeren Einkaufsstraße „Seltersweg“ in Gießen am Abend. Mit Inkrafttreten der verschärften Corona-Regeln gelten im Landkreis Gießen aufgrund der hier festgestellten hohen Inzidenzwerte Ausgansbeschränkungen.
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Eine FFP-2-Maske liegt in der menschenleeren Einkaufsstraße „Seltersweg“ in Gießen am Abend. Mit Inkrafttreten der verschärften Corona-Regeln gelten im Landkreis Gießen aufgrund der hier festgestellten hohen Inzidenzwerte Ausgansbeschränkungen.

News-Ticker

Corona-Hotspot Gießen: Eine Stadt mit Inzidenz über 780 – Ausgangssperre ab heute

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  • Sebastian Richter
  • Lena Karber
  • Alexander Gottschalk
    Alexander Gottschalk

Im Kreis Gießen gilt ab Freitag, 0 Uhr, eine Ausgangssperre. Die Corona-Fallzahlen nehmen im gesamten Gebiet immer weiter zu, einige Kommunen sind besonders stark betroffen.

Update vom Freitag, 02.04.2021, 18.51 Uhr: Liebe Leserinnen und Leser, unser News-Ticker zum Coronavirus im Landkreis Gießen ist umgezogen. Fallzahlen und aktuelle Entwicklungen finden Sie ab sofort hier.

Corona-Hotspot Gießen: Eine Stadt mit Inzidenz über 780 – Ausgangssperre ab morgen

Update vom Donnerstag, 01.04.2021, 17.51 Uhr: Im Kreis Gießen nehmen die Corona-Fallzahlen immer weiter zu. Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Landkreises bei 272,3 – deutlich über der 200er Marke, ab der nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessen Ausgangssperren eingeführt werden können, wenn sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht wieder sinkt. Der Kreis Gießen zieht deswegen die Reißleine: Ab Freitag, 0 Uhr, gilt zwischen 21 Uhr und 5 Uhr wieder eine nächtliche Ausgangssperre, durch die Kontakte weiter beschränkt werden sollen. Zunächst gilt diese bis zum 21. April.

Seit gestern haben sich im Kreis Gießen 90 Personen mit Corona angesteckt. Todesfälle wurden keine neuen gemeldet, die Zahl der Verstorbenen bleibt weiterhin bei 327. 1203 Fälle gelten als aktiv, davon müssen 50 Personen im Krankenhaus behandelt werden. Besonders betroffen ist Laubach. Die Inzidenz liegt hier bei 781,4, also deutlich höher als im Landes- und Bundesdurchschnitt. Auch in Reiskirchen liegt die 7-Tage-Inzidenz mit 478,1 besonders hoch.

Kommune*Donnerstag, Aktive Corona-Fälle (Inzidenz)Mittwoch, Aktive Corona-Fälle (Inzidenz)
Allendorf (Lumda)6 (49,2)5 (24,6)
Biebertal 20 (89,6)20 (99,5)
Buseck46 (178,6)43 (155,3)
Fernwald40 (434,1)38 (419,6)
Gießen436 (312,9)408 (282,8)
Grünberg 73 (286,5)70 (308,6)
Heuchelheim25 (179,1)26 (191,8)
Hungen48 (206,4)41 (174,7)
Langgöns32 (162,5)32 (171,1)
Laubach118 (781,4)115 (760,6)
Lich40 (188,5)35 (166,7)
Linden32 (122,2)33 (145,1)
Lollar57 (271,6)57 (358,9)
Pohlheim82 (281,2)84 (303,2)
Rabenau18 (198,6)21 (218,4)
Reiskirchen68 (478,1)63 (448,9)
Staufenberg31 (200,7)30 (188,9)
Wettenberg31 (174,9)27 (143,1)

Corona-Hotspot Gießen: Inzidenz klettert erneut ‒ Kreis erklärt massive Lücke zu RKI-Zahlen

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 21.14 Uhr: Dass die Corona-Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von den Zahlen abweichen, die die Landkreise selbst veröffentlichen, ist aufgrund von Verzögerungen in den Meldeketten nicht ungewöhnlich. Dass die Diskrepanz so groß ist, wie in den vergangenen Tagen im Landkreis Gießen, jedoch schon: Während der Landkreis am heutigen Mittwoch bekannt gab, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf 262,7 gestiegen ist, meldete das RKI für Gießen und Umgebung ein Sinken des Inzidenz-Wertes auf 107,9 (siehe unten). Wie ist diese starke Abweichung zu erklären?

Laut Kreisverwaltung ist die enorme Diskrepanz unter anderem auf die zuletzt erfolgte Zusammenführung mehrerer Programme zur Infektionserfassung durch das Gießener Gesundheitsamt zurückzuführen. „Der Meldeverzug dadurch sowie die täglich neuen hohen Fallzahlen sowie die unterschiedlichen Zeitpunkte der Meldungen führen derzeit zur erheblichen Differenz zum RKI“, teilte Pressesprecher Dirk Wingender auf Anfrage mit. Das Gesundheitsamt hatte im Rahmen eines Pilotprojekts zur Digitalisierung des Gesundheitswesens am vorletzten Wochenende (20./21. März) Daten des Programms SurvNet, das das RKI Gesundheitsämtern zur Verfügung stellt, und Daten des Programms SORMAS des Helmholtz-Instituts, das dem Infektionsmanagement und der Ausbruchsüberwachung dient, zusammengeführt. 

„Maßgeblich und korrekt sind die Zahlen, die der Landkreis ausweist“, betonte Wingender. Auch wenn viele Medien die RKI-Zahlen zitieren, weil diese die einzelnen Bundesländer und Landkreise miteinander vergleichbar machen, sind diese, wie bereits mehrfach erwähnt, generell mit Vorsicht zu genießen, weil sie das Infektionsgeschehen oftmals erst mit zeitlicher Verzögerung abbilden. Zumindest die enorme Abweichung zwischen den Werten von Kreis und RKI soll laut Kreisverwaltung jedoch bald behoben sein. „Wir gehen davon aus, dass die Differenz in den kommenden Tagen zurückgeht“, sagte Wingender.

Corona im Kreis Gießen: Inzidenz fast doppelt so hoch wie in der Vorwoche

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 17.24 Uhr: Am heutigen Mittwoch (31.03.2021) ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Gießen von 252,3 am Vortag auf nun 262,7 gestiegen. Damit ist der Wert, der Zahl der Neuinfektionen mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis setzt, fast doppelt so hoch wie vor sieben Tagen: Am Mittwoch der Vorwoche hatte der Inzidenz-Wert bei 134,1 gelegen. Der Landkreis reagiert auf den Anstieg der Infektionen nun erneut mit einer nächtlichen Ausgangssperre, die ab Freitag (02.04.2021) um 0 Uhr gelten soll. Das hat die Kreisverwaltung am Mittag mitgeteilt.

Bemerkenswert: Das Robert Koch-Institut (RKI), dessen Zahlen in den vergangenen Tagen bereits sehr stark von den Angaben des Kreises abgewichen waren, verzeichnet am heutigen Mittwoch für den Landkreis Gießen sogar eine rückläufige Inzidenz. Während der Wert am Vortag ebenso wie am Mittwoch der Vorwoche bei 150 gelegen hatte, gibt das RKI für Gießen und Umgebung heute eine Sieben-Tage-Inzidenz von 107,9 an. Dass die Zahlen des RKI, die von vielen Medien der Vergleichbarkeit halber zitiert werden, aufgrund von Verzögerungen in den Meldeketten von den Angaben des Kreises abweichen ist zwar nicht ungewöhnlich, doch aktuell ist die Diskrepanz besonders ausgeprägt. Das RKI konnte dazu auf Anfrage keine Erklärung liefern, vermutet die Probleme aber auf Kreis-Ebene.

Corona im Kreis Gießen: 81 Neuinfektionen am Mittwoch

Durch 81 Neuinfektionen stieg die Zahl der insgesamt seit dem Beginn der Pandemie nachgewiesenen Corona-Fälle auf 10318, die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 327. Aktuell gelten im Landkreis Gießen 1148 Corona-Infektionen als aktiv; 50 Infizierte werden stationär im Krankenhaus behandelt, das sind 13 mehr als vor eine Woche.

Corona im Kreis Gießen: Kommune reißt 800er-Inzidenz

Update vom Dienstag, 30.03.2021, 17.43 Uhr: Im Landkreis Gießen kennen die Corona-Zahlen weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Die kreisweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und liegt am Dienstag laut dem Kreis bei 252,3 (Vortag: 244,9). 33 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind hinzugekommen, es gelten derzeit 1116 Fälle als aktiv. Insgesamt sind im Landkreis Gießen seit Beginn der Pandemie 10.237 Corona-Fälle bekannt geworden, von denen 8794 in Genesungen endeten.

Das Robert Koch-Institut beziffert die kreisweite Inzidenz auf 150,0 - weit entfernt von dem Wert, den der Kreis selbst mitteilt. Das ist etwa durch Verzug bei den Meldungen zu erklären. Vergleichsweise stark sind die Sieben-Tage-Inzidenzen in den Kommunen Heuchelheim (25,5 Punkte), Laubach (31,3 Punkte), Reiskirchen (19,5 Punkte), Staufenberg (23,6 Punkte) und Wettenberg (15,9) gestiegen.

Corona im Landkreis Gießen: Fast 30 neue Fälle in einer Erstaufnahmeeinrichtung

Wie der Landkreis mitteilt, wurden in einer Erstaufnahmeeinrichtung 27 Menschen (Stand: 29.03.2021) bei einer Reihentestung positiv auf das Coronavirus getestet. „Es handelt sich um Asylsuchende, die sich nach der Ankunft in der Einrichtung in zwei Quarantänegruppen befinden“, schreibt der Kreis in einer Mitteilung. Insgesamt müssen rund 300 enge Kontaktpersonen in Quarantäne.

Aktuell befinden sich 49 Menschen mit einer Corona-Infektion in stationärer Behandlung, das sind zwei mehr als am Vortag. Neue Todesfälle verzeichnet der Kreis am Dienstag nicht, damit bleibt die Zahl bei 327 Verstorbenen.

Update vom Montag, 29.03.2021, 17.49: Am heutigen Montag (29.03.2021) hat die Sieben-Tage-Inzidenz noch einmal einen deutlichen Sprung gemacht: von 204,7 am Vortag auf nun 244,9. Auch beim Blick auf die Zahlen der Vorwochen wird klar, wohin die Entwicklung führt: Am vergangenen Montag hatte der Inzidenz-Wert bei 157,0 gelegen, vor zwei Wochen bei 99,7 und vor drei Wochen bei 70,6.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt für den Kreis weiterhin eine deutlich niedrigere Sieben-Tage-Inzidenz an, was bei vielen Menschen für Verwirrung sorgen dürfte, denn viele Medien berufen sich der Vergleichbarkeit halber auf die RKI-Zahlen. Diese weichen aufgrund von Verzögerungen in den Meldeketten stets von denen des Landkreises ab, im Moment ist die Differenz jedoch besonders groß: Mit einem Wert von 155,9 lag die Sieben-Tage-Inzidenz, die das Robert Koch-Institut für Gießen und Umgebung angegeben hat, heute 89 Punkte niedriger als die Inzidenz, die der Landkreis selbst herausgegeben hat. Hessen kommt laut RKI auf einen Inzidenz-Wert von 138,7.

Corona im Kreis Gießen: 117 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag

Aufgrund von 117 Neuinfektionen seit dem Vortag steigt die Zahl der aktiven Fälle im Kreis Gießen auf derzeit 1165 - das sind so viele wie seit dem 27. Januar nicht mehr. Damals war die zweite Welle jedoch am Abflauen, die Inzidenz lag „nur noch“ bei 85. Da aktuell ein gegenteiliger Trend zu beobachten ist, greift in Hessen nun die sogenannte „Notbremse“. Zudem können die Landkreise zusätzliche Maßnahmen erlassen. Auch für Gießen und Umgebung, wo heute sieben weitere Testzentren eröffnet wurden, könnten in den kommenden Tagen weitere Regelungen erlassen werden.

Insgesamt wurden im Landkreis Gießen seit dem Beginn der Pandemie 10.204 Corona-Fälle erfasst. 8712 Infizierte gelten offiziell als genesen, 327 sind verstorben. 47 Menschen befinden sich derzeit wegen einer Covid-19-Erkrankung zur stationären Behandlung im Krankenhaus.

Corona-Hotspot Gießen: Inzidenz im schwarzen Bereich - Drohen nun Ausgangssperren?

Update vom Montag, 29.03.2021, 06.38: Der Landkreis Gießen hat am Sonntag (28.03.2021) 16 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das ist vergleichsweise wenig. Allerdings liegen die Zahlen am Wochenende stets niedriger als unter der Woche, was mit weniger Tests und verspäteten Meldungen zusammenhängt.

Schenkt man den aktuellen Corona-Zahlen des Landkreises Glauben, so gelten derzeit 1129 Fälle als aktiv, seit Beginn der Pandemie wurden 10 087 Infektionen registriert. 8631 Personen gelten als genesen, 327 Todesfälle werden mit einer Corona-Infektion in Verbindung gebracht.

Sicher ist: Die Inzidenz verharrt am Sonntag über dem Wert von 200, wodurch der Landkreis Gießen weiter auf der „schwarzen Stufe“ des Eskalationskonzepts des Landes Hessens steht. Konkret lag der sie bei 204,7. Bedeutet: Der Landkreis Gießen könnte reagieren und etwa zurückkehren zu nächtlichen Ausgangssperren. Bereits am Wochenende wurde das angedeutet. Diese werden im Eskalationskonzept des Landes Hessens für die „schwarze Stufe“ beispielhaft für „zusätzliche Maßnahmen“ in den Landkreisen genannt. Die Aussetzung des Präsenzunterrichts wurde bereits umgesetzt.

Corona-Hotspot Gießen: Verwirrung um RKI-Inzidenz – Lage durch viele Neuinfektionen angespannt

Update vom Sonntag, 28.03.2021, 12.09 Uhr: Gießen ist einer der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Landkreise in Hessen. Wer aber nur die Daten des Robert Koch-Institutes (RKI) sieht, könnte Gegenteiliges glauben. Das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz für Gießen und Umgebung zuletzt mit „nur“ 80,5 an. Hessen insgesamt kommt auf 133,3. Beim RKI liegt der Landkreis also deutlich unter dem Landesschnitt. Aber der Schein trügt: Das örtliche Gesundheitsamt meldete am gestrigen Samstag (27.03.2021) eine mehr als doppelt so hohe Inzidenz für den Kreis Gießen: 216,1.

Dass die beiden Werte voneinander abweichen, ist nicht ungewöhnlich. Dem Gesundheitsamt liegen Neumeldungen über Corona-Infektionen erheblich früher vor als dem Berliner Institut. Die Inzidenz, die der Landkreis Gießen selbst berechnet, ist demnach aktueller. An ihr orientieren sich deshalb regionale Corona-Regeln. Dass RKI- und Kreis-Inzidenz jedoch so weit auseinander liegen, ist auffällig – und bedenklich, werden die Angaben des Instituts doch der Vergleichbarkeit halber in vielen Medien angeführt. Warum die riesige Lücke besteht, ist noch unklar. Ein Blick auf die Fallzahlen zeigt aber, dass das RKI fast 300 erfasste Corona-Fälle hinterherhängt.

Corona im Landkreis Gießen: Intensivstationen füllen sich

Insgesamt sind im Landkreis Gießen seit Beginn der Pandemie 10071 Sars-CoV-2-Infektionen aufgetreten, wie aus dem gestrigen Bericht der Kreisverwaltung hervorgeht. 91 Neuinfektionen gab es demnach seit Freitag. Das Gesundheitsamt betreut 1115 aktiv Infizierte. Am Freitag (26.03.2021) waren die Infektionszahlen durch mehrere Nachtragungen förmlich explodiert (siehe unten). Landrätin Anita Schneider (SPD) sprach von einer „ernsten Lage“.

Auf Facebook berichtete die Kreisverwaltung, mehr als die Hälfte der hierzulande erfassten Corona-Fälle sei mittlerweile auf die Mutation B117 zurückzuführen. „Allein in den vergangenen sieben Tagen gab es auch eine Steigerung der Belegung der Intensivbetten um 30 Prozent“, hieß es weiter. Gestern befanden sich 44 Covid-Kranke in stationärer Behandlung, 14 mehr als vor einer Woche, darunter allerdings auch Nicht-Intensivpatienten. Der Kreis meldete am gestrigen Samstag außerdem den ersten coronabedingten Todesfall seit mehreren Tagen. Insgesamt sind im Gießener Land 327 Infizierte gestorben.

Kreis Gießen wird Corona-Hotspot: Inzidenz explodiert auf 219 – Hunderte Neuinfektionen erfasst

Erstmeldung vom Freitag, 26.03.2021, 19.11 Uhr: Gießen – Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Gießen ist mit dem heutigen Freitag (26.03.2021) sprichwörtlich explodiert. Lag sie gestern noch bei 140,8, bezifferte das örtliche Gesundheitsamt den Vergleichswert jetzt auf 219,4. Ähnlich wie im benachbarten Lahn-Dill-Kreis hat die Inzidenz damit mehr als das Doppelte des Richtwerts 100 erreicht, ab dem auf Landesebene eine Notbremse notwendig wird. Der Blick auf die aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass der Kreis Gießen damit nach dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg (302,4) und vor der kreisfreien Stadt Offenbach (214,2) die am zweitstärksten von Infektionen betroffene Region im Bundesland Hessen ist.

Allerdings gilt es bei der Bewertung zu bedenken, dass das RKI mit überholten Daten rechnet, da die örtlichen Gesundheitsämter die Meldung über neue Fälle deutlich früher vorliegen haben. So kommt das Berliner Institut, das in vielen Medienberichten zitiert wird, heute „nur“ auf eine Inzidenz von 133 für den Kreis Gießen. Sobald die jüngsten Fallzahlen des Gesundheitsamtes beim RKI eingegangen sind, dürfte auch dort der Gießen-Wert in die Höhe schießen. Das Land Hessen als Ganzes kommt in der täglichen Auswertung übrigens auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 129,7.

Landkreis Gießen zieht Konsequenzen aus galoppierenden Corona-Fallzahlen

Der Landkreis Gießen meldete am Freitag auf einen Schlag 312 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl ist selbst nach den Erfahrungen der Wintermonate extrem hoch. Hintergrund ist, dass an den vergangenen beiden Tagen die Fallermittlung verzögert ablief. Die Kreisverwaltung prognostizierte deshalb schon gestern, dass durch die Nachtragungen die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen sich innerhalb der Wochenfrist und im Mittel auf 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt haben, „deutlich steigen“ dürfte.

Auf das sich abzeichnende Fallzahlen-Plus reagierte der Landkreis Gießen am Freitagmittag mit neuen, schärferen regionalen Corona-Regeln. Viele Geschäfte sollen Kunden demnach nur noch unter Vorlage eines negativen Corona-Tests empfangen. Am Abend ruderte der Kreis zurück und stutzte die Pflicht, einen Negativ-Test vorzulegen, auf eine bloße Empfehlung herunter. Den Präsenzunterricht an den Schulen hatte der Kreis schon tags zuvor ausgesetzt. Die strengeren Maßnahmen bezeichnete Landrätin Anita Schneider (SPD) in einer Mitteilung als notwendig, um angesichts der „stark steigenden Infektionszahlen und der Ausbreitung der hochansteckenden britischen Virusvariante“ für mehr Sicherheit zu sorgen.  

Mehr junge Infizierte?

Dass die Infektionen besonders unter Kindern und Jugendlichen zunehmen, lässt sich für den Landkreis Gießen nach dessen Angaben nicht sagen. Man sehe die steigenden Fallzahlen in „nahezu allen Altersgruppen derzeit deutlich – gerade in Zusammenhang mit den hochansteckenden Virusvarianten“, hieß es dazu auf Anfrage. Die meisten Infektionen erfolgten in der Altersgruppe von 35 bis 60 Jahren.

Corona im Landkreis Gießen: Über 1000 aktive Corona-Fälle gezählt

Seit Beginn der Pandemie sind im Landkreis Gießen 9980 Sars-CoV-2-Infektionen registriert worden, von denen 8629 in Genesungen endeten – was keinesfalls heißt, dass die Betroffenen nicht unter den Folgen leiden, wie das Phänomen „Long Covid“ verdeutlicht*. Aktuell gelten 1025 Menschen in Gießen, Pohlheim, Linden & Co. als aktiv mit dem Virus infiziert. Das sind 254 mehr als gestern und 324 mehr als am selben Tag der Vorwoche. Die Kommunen mit den meisten Fällen sind Gießen und Laubach. In anderen Kommunen stieg durch die vielen Neuinfektionen innerhalb kurzer Zeit die Inzidenz extrem an (siehe Tabelle unten).

Auf den Krankenstationen spiegeln sich die galoppierenden Fallzahlen nur langsam wider. 43 Covid-19 Patienten befinden sich im Landkreis Gießen derzeit in stationärer Behandlung, dreizehn mehr als vor einer Woche. Experten betonen jedoch, dass auch die Klinikbetten und Intensivstationen sich schnell füllen dürften, sollte der aktuelle Trend anhalten. Studien legen nahe, dass die britische Virusmutation B117, die das Infektionsgeschehen dominiert, ansteckender und tödlicher sein könnte als die herkömmliche Corona-Variante. Im Kreis Gießen starben bislang 326 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Die Zahl der Todesfälle blieb am Freitag die einzige, die nicht zulegte. (ag)

*Redaktioneller Hinweis: Liebe Leserinnen und Leser, in dieser Tabelle stand kurzzeitig eine Zeile, in der die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen im Kreis Gießen aufgeführt wurde, statt die der an diesem Tag im gesamtem Kreis aktiven Fälle. Das war im Kontext der Aufschlüsselung der Kommunen-Zahlen irreführend, deshalb haben wir die Angaben entfernt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen:

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