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Die Webserie »Cancelled« beschäftigt sich mit der Corona-Pandemie.

Kreative Serien streamen

Auch in diesem Jahr muss die Seriale pandemiebedingt virtuell stattfinden. 50 Serien und 9 Piloten aus 19 Ländern werden im Wettbewerb gezeigt. Dabei bietet das Online-Format durchaus auch Vorteile für das Festival.

Vergangenes Jahr wurde die Seriale aufgrund der Pandemie kurzerhand - und mitsamt rotem Teppich für die Nominierten - ins Internet verlegt. Kein Wunder also, dass das Thema Corona nun Einzug in die eingereichten Webserien für das Digital-Series-Festival Gießen 2021 gefunden hat.

In der romantischen Komödie »Cancelled« wird eine Hochzeit abgesagt, Schuld daran ist das Coronavirus. Geschrieben und inszeniert wurde das Stück während des Lockdowns in Australien. Die brasilianische Sci-Fi-Action-Serie »22« dagegen lässt Zuschauer in die Zukunft, genauer gesagt in das Jahr 2022, blicken. Wie wird sich die Corona-Pandemie ausgewirkt haben?

Es ist bereits die 7. Edition der Seriale, Deutschlands ältestem Festival für kurzformatige und innovative Webserien. Am Mittwoch, 2. Juni, beginnt das Gießener Festival mit der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Bis zum 7. Juni können alle Interessierten die Auswahl von 50 Serien und 9 Piloten aus 19 Ländern kostenlos streamen. Eine Jury aus 29 Mitgliedern aus elf Ländern wird am Sonntag, dem 6. Mai in der »Award Ceremony« die Gewinner bekannt geben. Die Veranstaltung ist vorab produziert, enthält aber auch Live-Elemente (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete). Im Vorjahr hatten über 100 000 Zuschauer weltweit die Seriale verfolgt.

Beim gestrigen Pressegespräch zeigte sich die Oberbürgermeisterin »begeistert und ziemlich stolz«, so ein erfolgreiches Festival hier in Gießen zu haben. Dass die Seriale weltweit sehr stark wahrgenommen wird, merke sie daran, dass sich immer mehr internationale und viele neue Filmemacher mit Einreichungen bewerben würden. Gründer und Festivaldirektor Csongor Dobrotka sieht gerade die Stadt dafür verantwortlich, dass sich das Festival in nur sieben Jahren so enorm weiterentwickelt hat. »Wir konnten nur wachsen, weil wir unsere Heimat und Unterstützung in Gießen gefunden haben«, sagte er.

Neben dem wichtigsten Teil, dem Screening der digitalen Serien, werden zwischendurch immer wieder Interviews mit Serienmachern gezeigt. Ein besonderes Highlight ist dabei ein Panel aus dem Lottehof Wetzlar, mit den sechs hessischen Filmemachern. Darunter sind auch zwei Gießener Studentinnen der Angewandten Theaterwissenschaften. Katharina Frech und Anna Maria Pahlke steuern die Western- Trash-Serie »GinGin~PomPom~PomPommes« bei.

»Die Serienproduktion in Hessen hat sich vermehrt«, stellte Dobrotka fest. Er und Grabe-Bolz bedauern, dass die Seriale auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden kann. Die Oberbürgermeisterin freut sich jedoch auf den »gemeinsamen interaktiven Austausch im Netz« - dies passe gut zum Kerninhalt des Festivals, digitale Serien.

19 Länder vertreten

Jedoch habe der Online-Ablauf auch Vorteile. Teilnehmer aus Südkorea oder Australien, die sonst eine lange Anreise gehabt hätten, können an Preisverleihung und Diskussionsrunden teilnehmen. Außerdem können alle Serien über die Website der Seriale gestreamt werden. So können Fans auf der ganzen Welt das Serien-Spektakel verfolgen, das ginge bei einer Vorführung im Kinocenter nicht.

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