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Kreative Kreidezeichnungen

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Von: Dagmar Klein

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Auch auf dem Bahnhofsvorplatz haben die Studierenden und Schüler gemeinsam ein Motiv mit Kreide aufgemalt. © Dagmar Klein

Gießen (dkl). Das kunstdidaktische Projektseminar KuKo (Kunstkooperation) am Institut für Kunstpädagogik (IfK) der Universität Gießen hat im Sommersemester auf digitalem Weg eine offene Kunstwerkstatt für Schüler der Klassen 5 organisiert. Wie bei KuKo üblich, gab es Arbeitsgruppen, in denen Malerei, Fotografie, Zeichnung oder Manga gelehrt und erprobt wurde.

IfK-Studierende entwickeln die Entstehungsprozesse gemeinsam mit den Schülern. Dank der digitalen Form des Unterrichtens sind an diesem Projekt insgesamt zehn Schulen beteiligt, aus Gießen und dem weiteren Umland.

Am Samstag haben sich die Beteiligten in den Stadtraum begeben und an verschiedenen Plätzen Motive mit Kreide auf den Boden gemalt. »Ein tolles Projekt und auch noch ökologisch«, resümierte ein Passant, nachdem Gabriele Hüllstunk, pädagogische Leiterin und Organisatorin, ihm das Projekt erläutert hatte. Es war für alle das erste Mal, dass sie sich real begegneten. Etwas real miteinander zu schaffen, das hatten sie schon lange nicht mehr.

Bundesweiter Manga-Wettbewerb

Auf dem Rathausvorplatz traf sich die Manga-AG, die mit 16 Teilnehmenden die größte war. Sie brachten daher mehrere Bilder mit Kreide auf den Steinboden. Studentin Karina Taveras erzählt, dass sich die Gruppe außerdem an einem bundesweiten Manga-Wettbewerb der Deutsch-Japanischen Gesellschaft beteiligt. Dafür haben sie mit einem THM-Mitarbeiter gelernt, eigene Charaktere zu entwickeln und Geschichten erdacht.

Auf der Grenze Kreuzplatz- Seltersweg hatte die Fotogruppe ihren Platz gefunden. Sie arbeiteten gemeinsam an einem Corona-Motiv, das von Einsamkeit erzählt: Eine Flasche im Rahmen eines geöffneten Fensters.

Hier herrschte der meiste Trubel und sie wurden häufig gefragt, was sie da machen. Ob sie Astronauten seien, wurden sie gefragt, weil sie Malerschutzanzüge tragen. »Und die Kinder wollten gerne mitmachen«, freut sich eine andere. Die Kistchen mit den dicken Malkreiden sehen aber auch gar zu verlockend aus.

Mitten auf dem Elefantenklo ist es dagegen sehr ruhig. Die Malereigruppe ist auch als erste fertig mit ihrem Gemeinschaftsbild. Sie haben sich das Thema Frauenpower vorgenommen und vier bedeutende Frauen porträtiert, von Nofretete bis Frida Kahlo. Auf dem Bahnhofsvorplatz ist die Zeichnungsgruppe das Thema Wiederbelebung der Stadt angegangen und hat verschiedene Architekturen montageartig verbunden. Dort trafen sich zum Abschluss alle für ein Gemeinschaftsfoto. Die Kreidebilder bleiben voraussichtlich einige Tage erhalten, denn heftige Regenfälle soll es vorerst nicht mehr geben. Optimales Timing also.

Film soll online gestellt werden

Die ganze Kunst-Kreide-Aktion wurde außerdem gefilmt und soll nach der Bearbeitung online gestellt werden. Und Gabriele Hüllstrunk hat gleich noch ein paar Menschen mehr in das Projekt eingebunden. Eine Straßenmusikergruppe vom Samstag zeigte Interesse, dass ihre Musik für die Unterlegung des Films genutzt wird.

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