Krankheit aus der "Schamecke" holen

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Es ist eine Erkrankung, über die kaum jemand spricht. Dennoch ist Depression eine Volkskrankheit. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, jede vierte Frau und jeder achte Mann. "Depression ist eine schwere Krankheit, die aber in vielen Fällen richtig gut behandelbar ist", sagte Prof. Michael Franz. Der Ärztliche Direktor am Vitos-Klinikum Gießen-Marburg ist Vorsitzender des soeben gegründeten Bündnisses gegen Depression in Gießen. Schirmherren des Vereins sind Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Landrätin Anita Schneider und Henni Nachtsheim ("Badesalz"). Der hessische Comedian unterstützt das Bündnis nicht nur ideell, sondern auch ganz praktisch. Bei der Auftaktveranstaltung des Bündnisses am 3. April in der Kongresshalle (siehe Info-Kasten) präsentiert Nachtsheim Teile seiner Soloprogramme "Dollbohrer " und "Gisela". Mit von der Partie wird auch Prof. Manfred Lütz sein. Auch der Bestsellerautor ("Irre – wir behandeln die Falschen") und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wird das Publikum mit scharfzüngiger Analyse und satirischem Witz unterhalten.

Es ist eine Erkrankung, über die kaum jemand spricht. Dennoch ist Depression eine Volkskrankheit. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, jede vierte Frau und jeder achte Mann. "Depression ist eine schwere Krankheit, die aber in vielen Fällen richtig gut behandelbar ist", sagte Prof. Michael Franz. Der Ärztliche Direktor am Vitos-Klinikum Gießen-Marburg ist Vorsitzender des soeben gegründeten Bündnisses gegen Depression in Gießen. Schirmherren des Vereins sind Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Landrätin Anita Schneider und Henni Nachtsheim ("Badesalz"). Der hessische Comedian unterstützt das Bündnis nicht nur ideell, sondern auch ganz praktisch. Bei der Auftaktveranstaltung des Bündnisses am 3. April in der Kongresshalle (siehe Info-Kasten) präsentiert Nachtsheim Teile seiner Soloprogramme "Dollbohrer " und "Gisela". Mit von der Partie wird auch Prof. Manfred Lütz sein. Auch der Bestsellerautor ("Irre – wir behandeln die Falschen") und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wird das Publikum mit scharfzüngiger Analyse und satirischem Witz unterhalten.

"Ich möchte dabei helfen, das Thema Depression aus der Schamecke herauszuholen", unterstrich Henni Nachtsheim am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Comedian, der bereits im Frankfurter Bündnis gegen Depression aktiv ist, wurde in der Vergangenheit mehrfach in seinem persönlichen Umfeld mit der Krankheit konfrontiert und setzt sich dafür ein, nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen der Erkrankten zu unterstützen.

Auch Experten aus Vitos-Klinik und Uniklinikum plädierten am Mittwoch dafür, den Anteil der Angehörigen stärker zu würdigen. "Verwandte von depressiven Menschen tragen einen großen Teil der Versorgung zu Hause", unterstrich Franz, der als Ziel des Bündnisses ein Aktionsprogramm formulierte, mit dem eine verbesserte Aufklärung, eine Reduktion der Stigmatisierung, eine bessere Behandlung sowie eine stärkere Einbeziehung von Multiplikatoren wie Ärzten, Pfarrern oder Lehrern erreicht werden soll.

"Die Behandlungsmöglichkeiten bei Depression haben sich erheblich verbessert", ergänzte Rudolf Stark. Der Professor für Psychologie und Psychotherapie an der Justus-Liebig-Universität betonte, dass es mittlerweile eine Schwerpunktstation am Uniklinikum gibt. Die Erhöhung der Behandlungseffizienz lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. 1998 habe es noch 18 000 Tote als Folge von Depression gegeben, 2012 sei diese Zahl unter 10 000 gesunken, sagte Franz, der zudem berichtete, dass die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gestiegen sei, obwohl es nicht mehr Erkrankungen gebe. "Vor 20 Jahren sind viele Depressionen nicht als solche erkannt und diagnostiziert worden."

"Viele sagen Burn-out und meinen Depression", erklärte OB Grabe-Bolz und betonte, dass es auch in der Stadtverwaltung immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen gibt. Auch Landrätin Schneider erwähnte die hohe Zahl Langzeiterkrankter und sprach sich für eine umfassende Präventionsarbeit aus.

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