Der neue Feuerwehrstützpunkt im früheren US-Depot wächst. FOTO: MÖ
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Der neue Feuerwehrstützpunkt im früheren US-Depot wächst. FOTO: MÖ

Vom Kostengalopp in den Trab

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Gießen(mö). Stadt und Landkreis haben in einem Zwischenbericht zum Bau des großen Stützpunkts für Feuerwehr und Katastrophenschutz im früheren US-Depot nach längerer Zeit wieder einmal eine Gesamtkostenschätzung abgegeben. Danach scheinen sich Befürchtungen, dass das Gefahrenabwehrzentrum Gießen (GAZG) am Ende 40 oder sogar noch mehr Millionen Euro kosten könnte, nicht zu bewahrheiten.

Laut der vom Hochbauamt der Stadt in seinem Sachstandsbericht veröffentlichten "Kostenverfolgung" betragern die vorläufigen Gesamtkosten nun gut 33,1 Millionen Euro. Das sind "nur" knapp eine Million Euro mehr als jene 32,1 Millionen Euro, die vom Stadtparlament und dem Kreistag Anfang 2018 in Bau- und FInanzierungsbeschlüssen genehmigt worden waren. Nicht enthalten in den 33 Millionen Euro sind die Kosten für den Architektenwettbewerb und eine Machbarkeitsstudie.

An der Kostenverteilung zwischen Stadt und Kreis ändert sich also wenig, prozentual ohnehin nicht. 54 Prozent trägt die Stadt, 46 der Kreis. Bei 33 Millionen Euro wären das gut 17 für die Stadt und gut 15 für den Kreis. Was die Kostenschätzungen und die damit einhergehenden Debatten betrifft, waren Magistrat und Kreisausschuss vorsichtig geworden und hatten monatelang keine "Hausnummer" mehr nennen wollen. Grund: Die anfangs genannten Zahlen 22 und dann 29 Millionen mussten mehrfach nach oben korrigiert werden.

Wie das Hochbauamt schreibt, resultieren die Mehrkosten im Wesentlichen weiterhin aus der Verteuerung der Leistungen beim Rohbau, die bereits im Juni 2019 vor Parlamentsausschüssen erläutert worden waren. Der Ausschreibungsprozess der einzelnen Gewerke wird sich nach Erwartung der Behörde bis November 2021 hinziehen.

Das wäre nahe am angepeilten Eröffnungstermin. Der Zeitplan sieht vor, dass das GAZG im ersten Quartal 2022 von der Berufsfeuerwehr, der Leitstelle für den Katastrophenschutz sowie dem Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises bezogen wird.

Das U-förmig konzipierte Zentrum wird zweigeschossig errichtet und über eine Nutzfläche von gut 11 000 Quadratmetern verfügen, der umbaute Raum umfasst gut 56 000 Kubikmeter. Im Erdgeschoss befinden sich Versammlungs- und Schulungsräume, im Obergeschoss die Büros und Leitstelle der Gefahrenabwehr des Landkreis Gießen sowie die Büro, Ruhe- und Aufenthaltsräume der Berufsfeuerwehr. Die Fahrzeughallen und Werkstätten sind in zwei Gebäudeflügeln untergebracht, die einen gemeinsamen Werkstatthof umschließen.

Die Übungsbereiche befinden sich im nördlichen Bereich des 2,3 Hektar großen Grundstücks. Die freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis können diese Bereiche für Training und Technikausbildung nutzen. Um im Ernstfall rechtzeitig an den Orten des Brand- oder Unfallgeschehens zu sein, müssen die Kreuzungen in und außerhalb des Depotgeländes mit einer Alarmsteuerung ausgerüstet werden, damit die Feuerwehr auf einer grünen Welle in die Stadt fahren kann.

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