Wort zum Sonntag

Konfirmanden als Vorbilder für Erwachsene

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Am Ende ihrer Konfi-Zeit habe ich 12 Jugendliche um ein schriftliches, anonymes Feedback gebeten. Das Ergebnis hat mich überrascht. Die Gruppe hatte ein schwieriges Jahr mit harten Einschränkungen hinter sich. Auch Konfi-Unterricht war lange nur online möglich, die Freizeit fiel aus. Das haben die Konfirmanden natürlich bedauert. Aber nach vielen Monaten fanden sie schnell wieder zusammen und stellten in der Pause Stühle zu einem munteren Kreis.

Dieser »Corona-Jahrgang« wird mir in Erinnerung bleiben, denn die Jugendlichen haben mich beeindruckt. Auf den Fragebögen gab es kein Herumgemotze, wie wir es so oft von Erwachsenen hören, sondern verständige Aussagen: »Gut, dass wir uns wenigstens online gesehen haben. Es war trotz allem eine schöne Zeit. Hoffentlich können wir uns jetzt immer live treffen, Spaß haben, zusammenwachsen, das Beste daraus machen.«

Sicher: Viele Jugendliche haben gelitten unter schwierigen Verhältnissen, Erkrankungen oder Todesfällen in der Familie, der Trennung von anderen. Aber kann es nicht auch sein, dass Jugendliche durch die Krise gewachsen sind? Die Welt mit anderen Augen ansehen? Dinge, die wir Erwachsene für selbstverständlich halten, viel mehr wertschätzen: Gemeinschaft, Gesundheit, Freiheit, Sicherheit…?

Am Glauben ist ihnen unter anderem die Bibel wichtig geworden. In den »tollen Geschichten« geht es um Menschen mit Stärken und Schwächen, die sich bewähren müssen und von Gott gehalten werden. Auch diese Geschichten hatten eine höhere Wertigkeit in diesem Jahr. Die 10 Gebote wurden genannt und Jesus als Orientierung für das eigene Leben. »Ich bete mehr«, schrieb jemand, und: »Ich glaube jetzt mehr an Gott«.

Niemand kann den Jugendlichen ersetzen, was ihnen entgangen ist. Aber wir können unterstützen, was sie Wichtiges und Wertvolles für sich entdeckt haben. Und uns ein Beispiel daran nehmen.

Pfarrerin Jutta Martini

Ev. Klinikseelsorge Lich:

Ev. Kirchengem. Grüningen

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