Komiker Ingo Appelt gastiert in der Kongresshalle

Halleluja! Mit einem tosenden Applaus wurde Ingo Appelt, der Komiker mit dem schwarzen Humor, in der Kongresshalle empfangen und stimmte mit allen das Lied seines neuen Programms "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten" an. Die weiblichen Zuschauer hatte er schon allein durch den Titel auf seiner Seite.

Und die Männer kamen spätestens bei seinen unzähligen Witzen unterhalb der Gürtellinie auf ihre Kosten. Dabei nahm er Religion wie Politik auf die Schippe in Gestalt von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Angela Merkel als göttinnenähnliche Powerfrau und der Papst, dem als erzkonservativer "Präservativverbieter" keine Ehre gebühre. Ebenso musste der Mann vom anderen Ufer – Guido Westerwelle – als Lachfigur dran glauben, genauso wie Bundesfinanzminister Schäuble, der ja nicht zu dem stehen müsse, was er sagt.

Auch die Teilung Deutschlands durch die Mauer wurde sarkastisch kommentiert und wenn die Griechen den meisten Deutschen nicht leidtun, dann doch Ingo Appelt: "In Trümmern und Ruinen fühlen die sich halt wohl, guckt euch nur die Akropolis an – uralt und immer noch nicht restauriert."

Aber das Entscheidende, worauf er natürlich immer wieder pochte, war sein Missionsziel: Die Männer eines besseren Glaubens zu belehren, dass Gott keineswegs den Mann nach seinem Bilde geschaffen habe, sondern die Frau.

Und eben diese Frauen baut Appelt auf mit Sprüchen wie "Wenn Frauen verlernt haben, den unerschütterlichen Glauben an sich selbst in Worte zu fassen, dann muss ich das eben für sie machen!", wohingegen es gilt, die Männer immer kleinzuhalten und über’s Knie zu legen.

Männer haben es ja auch gar nicht anders verdient, denn sie geben sich einfach zu wenig Mühe: "Ist der Mann frisch verliebt, dann ist er aufmerksam, höflich und wäscht sich sogar. Nur leider hält dieser Zustand gerade einmal drei Wochen."

Spätestens nach der Pause dürfte allen dann klar geworden sein: Appelt ist nicht nur irgendein Komiker, sondern ein Allround-Talent. Wer sonst könnte drei Personen innerhalb eines Liedes parodieren und auf den Arm nehmen, nämlich Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen, noch dazu durchaus überzeugend! Auch deutschen Komikerkollegen stellte er glaubhaft nach, die er im Übrigen alle als äußerst schräge Männergestalten mit notorischen Sprachfehlern beschrieb.

Auch am Flügel konnte er auftrumpfen mit einem romantischen Lied, welches sich aber recht bald als Hommage an sein bestes Stück entpuppte.

Zum Schluss vollzog er noch einen Striptease bis auf die Latexunterhose, der sich sehen lassen konnte, und das, obwohl er – auch nach eigenem Empfinden – nicht unbedingt einen Adonis-Körper zur Schau stellen konnte. Das störte aber niemanden: Das Publikum tobte, wie es eigentlich schon die ganzen drei Stunden des "göttlichen" Abends schrie, jauchzte und sich vor Lachen den Bauch halten musste.

Alles in allem ein gelungener Abend mit sehr viel bösen Scherzen, die dem sympathischen Familienvater aus Nordrhein-Westfalen aber nicht übel genommen werden konnten. Vielmehr stürmten die begeisterten Fans nach dem Programm noch zur Autogrammstunde und bedankten sich für eine tolle Zeit mit ihrem Idol. caw

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