Die Broschüre des Kulturamts zeigt, wo Künstler "Kohle für Kultur" finden. FOTO: PM
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Die Broschüre des Kulturamts zeigt, wo Künstler "Kohle für Kultur" finden. FOTO: PM

"Kohle" für die Kulturschaffenden

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Gießen(gl). Es sind derzeit schwierige Zeiten für Künstler: Wegen der Corona-Pandemie und ihren Folgen gibt es für Musiker, Schauspieler, Tänzer und andere Künstler kaum noch Auftrittsorte, Publikum oder Einnahmen. Aber Hilfe ist möglich. Schließlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Fördermittel zur Sicherung der beruflichen Existenz. Doch das Angebot lässt sich nur schwer überblicken. So werden Preise ausgeschrieben, Fonds und Stiftungen verteilen Geld. Aber wer hat schon den Überblick, welche Einrichtung wie viel und unter welchen Bedingungen zu vergeben hat? Hier ist das städtische Kulturamt aktiv geworden und hat eine kleine "Förderfibel" zusammengestellt. Mit dem vielversprechenden Untertitel "Kohle für Kultur" sind die wichtigsten Akteure zusammengetragen worden. Das Heftchen gibt auch einen Überblick über die Höhe der möglichen Fördersummen, informiert über Antragsfristen und Kontaktadressen.

"Damit haben die Kulturschaffenden eine gute Übersicht an der Hand. Es ist eine wichtige Grundlage, um sich über die Fördermöglichkeiten zu informieren", sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz bei der Vorstellung des Hefts. Und Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher zeigte sich erfreut darüber, dass das Angebot überraschend umfangreich ist - auch in Gießen und Umgebung.

Und in der Tat findet sich auf den zwölf Seiten der Broschüre eine große Bandbreite. So ist die Projektförderung der Stadt Gießen mit 20 000 Euro ausgestattet und kann jährlich bis zu 3000 Euro pro bewilligter Bewerbung ausschütten. Außerdem gibt es den Förderpreis "Kulturregion Landkreis Gießen", der mit 10 000 Euro ausgestattet ist. Er richtet sich an Bewerber, die im Landkreis wohnen. Darüber hinaus gibt es kleinere Programme der Kulturstiftung Gießen (bis zu 750 Euro pro Künstler). Der "Kulturkoffer" des Landes, ein hessisches Programm für Projekte der kulturellen Bildung, ist mit 540 000 Euro gefüllt. Außerdem sind im Heft auch verschiedene deutschland- weit ausgeschriebene Projekte gelistet, ebenso Projekte der Europäischen Union, die 200 Millionen jährlich für Kulturprojekte zur Verfügung stellt und bis zu 200 000 Euro pro bewilligter Bewerbung ausschüttet.

Kulturamtsleiter Neubacher macht allerdings darauf aufmerksam, dass die Antragstellung umso komplexer wird, je mehr Geld ausgeschüttet wird. Das Kulturamt bietet daher auch Beratung an.

Ziel der Förderfibel ist es, den Kulturschaffenden Mut zu machen, sich mit dem komplexen Thema Förderungen vertraut zu machen.

Übrigens spielt das Thema Corona in der Broschüre nicht wirklich eine Rolle. Schließlich soll die auch nach der Pandemie noch Hilfestellung für Künstler bieten.

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