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In der Bürgerhaus-Gaststätte in Rödgen könnte es bald wieder einen Restaurantbetrieb geben. FOTO: SCHEPP

Königslösung für Rödgen?

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Was sich aktuell in Rödgen anbahnt, wäre ein Lösung mit vielen Gewinnern: Die Stadt führt Gespräche mit dem Betreiber der örtlichen Gaststätte, das Rödgener Bürgerhaus zu bewirtschaften. Nach mehreren Pächterwechseln könnte mit den erfahrenen Gastronomen endlich Kontinuität Einzug halten.

Für Rödgen wäre es die Königslösung: Die Stadt Gießen führt aktuell Gespräche mit Oliver Becker, dem Betreiber der örtlichen Gaststätte "Zum Kühlen Grund". Er hat sein Interesse signalisiert, das Bürgerhaus-Restaurant zu übernehmen. Wie die zuständige Stadträtin Astrid Eibelshäuser auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt, werde aktuell geprüft, ob die dafür nötigen Umbauarbeiten und Investitionen realisiert werden können. Die Ortsvorsteherin Elke Victor sagt, eine solche Lösung wäre "das Nonplusultra" für den Gießener Stadtteil. Und die Signale aus dem Aufsichtsrat der Stadthallen GmbH, die die Bürgerhäuser in Gießen betreibt, sind positiv.

Was die Infrastruktur angeht, ist Rödgen nicht vom Glück geküsst. Früher gab es hier mal einen Bäcker, Fleischer, Lebensmittelläden, ein mexikanisches Restaurant und weitere Gaststätten. Davon ist eine geblieben, die Gastwirtschaft "Zum Kühlen Grund" von Oliver Becker. Und die brummt so sehr, dass sie zu Hochzeiten aus allen Nähten platze, erzählt Ortsvorsteherin Victor. Auf diesen Umstand weist auch Sadullah Gülec hin. Er ist Geschäftsführer der Stadthallen GmbH. Über die Beweggründe der Beckers für einen möglichen Umzug des Restaurants sagt er: "Im Vergleich zu ihrer jetzigen Gaststätte, die nur einen Steinwurf vom Bürgerhaus entfernt ist, bietet die Bürgerhaus-Gaststätte Vorteile wie eine größere Gäste-Kapazität und eine größere Küche."

Die Familie Becker blickt auf eine über 30 Jahre lange Erfahrung in der Gastronomie zurück. Ihre Gaststätte in Rödgen ist über die Stadtteilgrenzen bekannt und beliebt. "Insofern sehen wir trotz der erfolglosen Verpachtungen der letzten Male Anlass zum Optimismus, dass Familie Becker mit ihrer Erfahrung und ihrer Konzeption den Zuspruch erfahren wird, den sie in ihrem jetzigen Lokal nachweislich erfährt", sagt Gülec.

Wirt mit Händchen

Denn mit den vorherigen Pächtern hatten die Betreiber weniger Glück. Ortsvorsteherin Victor erzählt, der eine sei gut in der Küche gewesen, habe aber wenig Erfahrung mit der Organisation einer solchen Gaststätte gehabt. Andere hätten gedacht, sie könnten eine Bürgerhausgastwirtschaft im Vorbeigehen managen. Dies bestätigt auch Gülec: "Diese Fehlversuche haben zwar einerseits Zweifel an einer erfolgreichen gastronomischen Bespielung dieses Objekts geweckt. Andererseits müssen zur Erklärung der erfolglosen Versuche aber auch die konzeptionellen und organisatorischen Defizite sowie die fehlende Erfahrung der jeweiligen Betreiber berücksichtigt werden." Den Beckers traut Gülec hingegen bedenkenlos zu, an dieser Stelle Erfolg zu haben. Denn: "Ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Gastronomie ist die Anziehungskraft und das Händchen des Wirts."

Nicht nur der Ortsbeirat unterstützt den Wunsch des Gaststätten-Betreibers, ins Bürgerhaus zu ziehen, und hat das gegenüber der Stadthallen GmbH zum Ausdruck gebracht. Auch der im Sommer 2019 gegründete Verein "Lebendiges Rödgen" sei in die Gespräche miteinbezogen worden, betont Gülec. Dieser hatte die zuvor leerstehende Gaststätte im Herbst angemietet. Und auch hier ist die Hoffnung groß, dass die Beckers dem Stadtteil erhalten bleiben - und sich vergrößern können. Kommt es zu keiner Einigung und dem geplanten langfristigen Engagements der Beckers im Bürgerhaus, fürchten nicht wenige Rödgener, dass die einzigen Gaststätte aus Rödgen wegziehen könnte.

Viel Optimismus

Aber für Schwarzmalerei scheint es keinen Anlass zu geben. "Wir würden mit diesem Schritt zum Erhalt der Gaststätte in Rödgen beitragen", betont Gülec. "Dies ist ein wichtiges Motiv, das auch der Aufsichtsrat der Stadthallen GmbH teilt, und weshalb wir die erneute Verpachtung ermöglichen wollen." Die aktuellen Gespräche schließen auch die Frage ein, ob perspektivische Szenarien geschaffen werden können, um die Aktivitäten und Angebote des Vereins "Lebendiges Rödgen" auch weiterhin im Bürgerhaus zu ermöglichen. "Diese werden in Rödgen mit Sympathie und Zuspruch aufgenommen, und sie passen nach unserem Verständnis gut zur Zweckbestimmung eines Bürgerhauses", betont Gülec. Diese Fragen sollen zusammen mit dem Verein und anderen Akteuren in Rödgen geklärt werden.

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