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Knöllchen für Radler

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Von: Guido Tamme

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Gießener Autofahrer werden oft zur Kasse gebeten. Aber auch Verkehrssünder im Sattel müssen mit Knöllchen rechnen. Radelnde Polizisten kontrollieren die Regeln. Teilweise wurden 60 Euro fällig.

»Leider haben viele Radfahrer in Gießen überhaupt kein Gefühl mehr dafür, dass sie durch ihr Verhalten gegen die Straßenverkehrsregeln verstoßen«, beklagt Hans Günter Below. Der Biebertaler gehört zu den Polizeibeamten vom Regionalen Verkehrsdienst, die in der stationären und mobilen Jugendverkehrserziehung tätig sind. Etwa alle sechs Wochen stehen diese Polizisten zu viert oder fünft an neuralgischen Stellen im Stadtgebiet, um die Einhaltung der Verkehrsregeln zu überprüfen – so wie am Donnerstag.

Und wieder das Elterntaxi Die ersten beiden Einsatzorte galten der Schulwegsicherung, vor dem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium und vor der Gesamtschule Ost. In der Reichenberger Straße müssen die Kontrolleure die Fahrer der Elterntaxis ansprechen, die dem Gewusel ausweichen, indem sie verbotswidrig die Rodtbergstraße ansteuern. Weil auch jede Menge Schüler zwischen den zwei LLG-Komplexen unterwegs sind, dürfen hier aber nur Busse rollen.

Gegen 9 Uhr stehen die Verkehrserzieher dann auf der Sachsenhäuser Brücke. Kurz vor der Einmündung Bootshausstraße kommen sie aus dem Anhalten und Ansprechen kaum heraus. Denn hier kommen viele Radler auf der »falschen« Seite der Straße aus der Weststadt. Die Gebühren sind happig Dass das bequemer ist, als korrekt über den Knoten Oswaldsgarten in die Nordstadt zu fahren, verstehen die Beamten. Es kostet aber trotzdem 20 Euro.

»Gießen hat viel für den Radverkehr getan. Aber eine richtig radlerfreundliche Stadt ist es noch nicht«, sagt Wachpolizist Achim Weinhardt. »Wir bekommen immer wieder zu hören, dass gerade hier die Orientierung schwierig ist und die Radler gar nicht wissen, welche legale Route sie nehmen sollen«, stimmt Kollege Dirk Steinmüller zu.

Der nächste Stopp ist die Kreuzung von Goethe- und Ludwigstraße. Hier gibt es eine Ampel mit Anforderungstasten. Trotzdem überqueren ständig Fußgänger und Radler die Fahrbahn bei Rot – obwohl die Polizisten kaum 20 Meter entfernt stehen. Wer patzig wird, wird genau kontrolliert Die Ertappten werden ein wenig blass, wenn sie gebührenpflichtig verwarnt werden. Fußgänger kommen mit 10 Euro davon, Radfahrer sind gleich mit 60 Euro dabei.

Letzte Station ist der Knoten beiderseits des Bahnübergangs Schiffenberger Weg. Hier nutzen Radler gern den Gehweg, um den Ampeln auszuweichen. Das kostet 10 Euro. Werden die Ertappten patzig, kann es teurer werden. Denn dann schauen die Polizisten genauer hin, ob das Rad der Straßenverkehrszulassungsordnung entspricht.

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