Klinikum: Grundsteinlegung für Oktober geplant

Gießen (si). Die Arbeiten für das neue Universitätsklinikum kommen planmäßig voran. Nachdem vor zwei Monaten die Kinderklinik eingeweiht wurde, rückt nun der zweite Bauabschnitt in den Mittelpunkt, bei dem bis Ende 2010 ein 650-Betten-Haus entsteht. Der OP-Trakt der alten Chirurgie und das Parkhaus mussten dafür weichen und sind bereits abgerissen worden.

Nur die - schadstoffbelastete - alte Kinderklinik steht noch im Weg. Sie wird derzeit Stück für Stück abgetragen, der Schutt fachgerecht entsorgt. Von diesem Areal abgesehen, hat die Baugrube ihre vorgesehene Tiefe schon erreicht.

Der Grundstein für die neue Klinik solle Anfang Oktober gelegt werden, sagte Manfred Wiehl, Geschäftsführer für Investitionen, Finanzierung und Zentrale Dienste der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung. Die Ausschreibung für den Rohbau läuft bereits, vergeben werden soll der Großauftrag "innerhalb der nächsten zwei Wochen".

Die Klinik- bzw. die Paul-Meimberg-Straße, früher eine "Hauptverkehrsader" auf dem Gelände, ist im Bereich der Grube schon seit einiger Zeit gesperrt. Krankentransporte werden deshalb auch über eine Behelfszufahrt von der Freiligrathstraße aus - kurz vor dem Wendehammer an der Orthopädie - abgewickelt, außerdem über die Friedrichstraße. Die Meimberg-Straße ist im hinteren Bereich auch für den Baustellenverkehr zugänglich; dazu musste die Straße unter der Aulweg-Brücke "tiefer gelegt" werden.

Veränderte Planungen gibt es für das Gelände hinter der Medizinischen Klinik im Bereich Klinik-/Gaffkystraße. Hier soll nach Angaben von Wiehl in den kommenden Monaten ein Containerbau mit 48 Plätzen für Herz-Lungen-Patienten entstehen. Vor allem in der Intensivmedizin und in der Notaufnahme gebe es erheblichen zusätzlichen Betten-Bedarf. Das Gebäude könne dann nach 2010 von der Psychiatrischen Klinik mitgenutzt werden, das dann in die jetzige Medizinische Klinik umziehen wird, sagte Wiehl. Er geht von einer raschen Genehmigung des Bauantrags aus, obwohl dann eine mächtige alte Buche gefällt werden muss, die als Naturdenkmal geschützt ist. Es gebe "leider keine Alternative", so der Geschäftsführer.

In direkter Nähe wird die Psychiatrie später einen weiteren Bau erhalten, der sich in U-Form an die jetzige Medizinische Klinik anschmiegen soll. Was 2011 aus den alten Psychiatriegebäuden am Steg wird, ist noch unklar. "Für eine klinische Nutzung kommen die Häuser ganz sicher nicht mehr in Frage", sagte Wiehl.

Kurzfristig handeln muss die Klinikumsleitung beim Thema "Parken". Derzeit stellen etliche Bedienstete ihre Autos hinter der Zahnklinik ab, wo über 300 Plätze zur Verfügung stehen - allerdings wohl nur bis Ende des Jahres. Das Land Hessen wird den Pachtvertrag aller Voraussicht nach nicht verlängern, weil sie die Parkfläche für die Mitarbeiter des neuen Biomedizinischen Forschungszentrums benötigt, das derzeit im Aulweg entsteht. Nach Wiehls Angaben sucht die Klinikumsleitung deshalb "intensiv" nach einer Ersatzlösung. Möglicherweise werde eine neue Fläche außerhalb des Klinikums angemietet, Gespräche liefen bereits. Nähere Angaben machte der Geschäftsführer nicht. Doch dürften die Plätze noch weiter außerhalb liegen, denn die Klinikumsleitung zieht den Einsatz eines Shuttle-Busses in Betracht.

Das im letzten Jahr eröffnete Besucher- und Patientenparkhaus in Nähe des Haupteingangs wird nach Wiehls Angaben gut genutzt, meist seien dort noch freie Plätze zu finden. Weitere Parkhäuser würden erst nach 2010 gebaut. Bis dahin werde die Fläche an der Gaffkystraße für Baucontainer benötigt, bekräftigte er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare