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Erweiterung nur mit weiteren Parkhäusern, fordert das Stadtparlament.

Uniklinikum Gießen

Klinik-Wachstum in Gießen "nicht um jeden Preis"

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Die Stadtverordneten in Gießen haben den Weg freigemacht für eine neuerliche Erweiterung des Universitätsklinikums. Aber nicht um jeden Preis.

Gießen (mö). Mit einem einstimmigen Beschluss hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend den Weg freigemacht für eine neuerliche Erweiterung des Universitätsklinikums. So klar wie das Votum ausfiel verlief die Debatte nicht. Auf Antrag der SPD/CDU/Grünen-Koalition wurde die Änderung des Bebauungsplanentwurfs "Seltersberg II" um einige Punkte erweitert, die die Verkehrserschließung betreffen. "Wir sind für die Erweiterung des Uniklinikums, aber nicht um jeden Preis", sagte Hanno Kern (CDU).

Vor allem bei der Union gibt es die Sorge, dass die beiden geplanten Erweiterungen zulasten der Anwohner im Südviertel gehen könnten. Es geht um einen Riegelanbau an die Neue Chirurgie in der Feulgenstraße, der zuerst kommen soll, und einen weiteren Anbau, den sogenannten Finger, an den Haupteingang des Neubaus. In einem fünften Antragspunkt heißt es nun, dass das Klinikum zusätzliche Parkplätze schaffen muss und eine Bushaltestelle in die Gaffkystraße und damit in das Klinikumsgelände verlegt wird. Die alte Orthopädie soll abgerissen und das Areal als Parkraum genutzt werden. Fixiert werden soll das alles in einem städtebaulichen Vertrag.

Laut Bürgermeister und Planungsdezernent Peter Neidel (CDU) ist der Abschluss eines solchen Vertrags ohnehin vorgesehen, aber seine Fraktion bestand auf einer zusätzlichen Absicherung der Maßnahmen durch Aufnahme in den Bebauungsplan.

Der CDU-Stadtverordneten Kern sagte, eine ÖPNV-Anbindung reiche allein nicht aus. "Die Mitarbeiter arbeiten im Schichtdienst und kommen aus ganz Mittelhessen. Da sieht es mit den Busverbindungen schon nicht mehr so gut aus." Im Bauausschuss hatte Grünen-Fraktionschef Klaus Dieter Grothe angemerkt, dass das Klinikum über die Aussicht, dass große Stadtbusse im Gelände verkehren, nicht begeistert sei.

Matthias Riedl, Fraktionschef der Gießener Linken, nutzte das Planungsthema, um unter Bezugnahme auf einen GAZ-Bericht über die angespannte Personalsituation in der privatisierten Uniklinik zu reden. Dass er daran von Stadtverordnetenvorsteher Frank Schmidt (SPD) mit Hinweis auf das eigentliche Thema, nämlich die bauliche Erweiterung, nicht gehindert wurde, sorgte für viel Unmut im Plenum.

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