Vorderansicht eines HADES-RICH-Detektors beim Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung.
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Vorderansicht eines HADES-RICH-Detektors beim Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung.

Wissenschaft

Teilchenphysik: Uni Gießen beteiligt sich an internationaler Forschung

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Gießener Arbeitsgruppen der JLU unterstützen die Teilchenforschung der Forschungseinrichtung FAIR in Darmstadt. Das Projekt wird durch das Verbundforschungsprogramm „Teilchen“ gefördert. Die Gießener Arbeitsgruppe erhält dafür rund 4,5 Millionen Euro.

Gießen – Die Erforschung atomarer und subatomarer Teilchen in nationalen und internationalen Großforschungseinrichtungen steht im Fokus von Arbeitsgruppen an deutschen Universitäten, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Verbundforschungsprogramm »Teilchen« fördert. Gießener Arbeitsgruppen aus den Physikalischen Instituten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) engagieren sich bei der derzeit bei Darmstadt im Bau befindlichen internationalen Forschungseinrichtung FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research). Um die darauf ausgerichtete Wissenschaft zu unterstützen, ist jetzt die Helmholtz Forschungsakademie Hessen für FAIR (HFHF) mit den Standorten Darmstadt, Frankfurt und Gießen bewilligt worden.

4,5 Millionen Euro Förderung durch den Bund für Gießener Arbeitsgruppen bei FAIR

Für den Aufbau und für die Durchführung von Experimenten bei FAIR sowie für theoretische Untersuchungen erhalten die Gießener Arbeitsgruppen bis Mitte 2024 Mittel aus dem Verbundforschungsprogamm »Teilchen« des Bundes in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Mit einer weiteren Million Euro fördert das Bundesministerium Gießener Beiträge zum japanischen BELLE-II-Experiment, an dem exotische Teilchen erzeugt und untersucht werden, sowie zum ATLAS-Experiment am weltweit größten Teilchenbeschleuniger LHC des internationalen Forschungszentrums CERN in Genf.

In naher Zukunft werden an FAIR modernste Teilchenbeschleuniger, Ionenspeicherringe und Teilchendetektoren neuartige Einblicke in die Eigenschaften der fundamentalen Bausteine der Materie (»Teilchen«) sowie ihr Verhalten unter extremen Bedingungen gestatten. Im Labor werden dabei Temperaturen und Drücke erzeugt, die kurz nach dem Urknall im frühen Universum herrschten oder heutzutage bei Sternexplosionen und Kollisionen von Neutronensternen auftreten.

»Die Gießener Arbeitsgruppen leisten einen signifikanten Beitrag zum Bau der Detektoren für FAIR in Hessen«, wird JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee in einer Pressemitteilung der Hochschule zitiert. »Mit den Fördermitteln treiben sie Forschung voran, die grundsätzliche Fragestellungen wie den Ursprung der Masse, die Eigenschaften der Bausteine der Materie sowie deren Wechselwirkung bei der Entstehung unseres Universums aufklärt.«

Gießener Physiker entwickeln Elektronenstrahl

Im Rahmen des Forschungsprogramms entwickeln die Gießener Physiker unter anderem einen intensiven Elektronenstrahl für Präzisionsmessungen zur hochgenauen Überprüfung quantentheoretischer Vorhersagen. Außerdem sind sie am Bau von hochpräzisen Detektoren beteiligt, wie dem RICH-Detektor.

Das Engagement am Zukunftsprojekt FAIR wird abgerundet durch Beteiligungen an anderen derzeit Daten aufzeichnenden Forschungsanlagen weltweit. (pm)

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