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Besucher begutachten Henrik Wieneckes Skulptur "Haut und Knochen", die aus Stahl und einer Plastikfolie geformt ist.

Kleines Format kommt groß raus

Gießen (lwg). Auf den etwa 40 Metern Hängefläche und Podesten der Galerie am Unteren Hardthof reihen sich Holz- und Stahlplastiken neben Fotografien, Zeichnungen, Steinzeug und Assemblagen aneinander. Dort fand am Samstagabend die Vernissage für "Das Kleine Format" statt. "Ausgerechnet heute scheint der Sommer eine Pause zu machen", bedauerte OKB-Vorsitzender Dieter Hoffmeister jedoch, da die Vernissage auch gleichzeitig das Sommerfest des Oberhessischen Künstlerbunds einläuten sollte. Trotzdem lud er nach seinem Grußwort gerne zu dem Buffet ein, "das ebenso die Vielfalt des OKB widerspiegelt", wie er mit einem Augenzwinkern hinzufügte.

Der Titel der Ausstellung ergibt sich laut Hoffmeister ganz einfach aus dem zur Verfügung stehenden Platz in der Galerie. Die Ausstellung findet zum dritten Mal statt und widmet sich kleinformatigen Arbeiten von 28 Künstlern des OKB, von denen einige zur Vernissage anwesend waren und Auskunft über ihre Technik, Materialien und den Entstehungsprozess gaben. So erklärte Gisela Denninghoff beispielsweise, dass sie jeweils einen Buntstift in jeder Hand hielt und an manchen Stellen regelrecht "auf das Papier geschlagen" habe. Trotz dieser radikalen Vorgehensweise spiegeln ihre "Studien I - IV" die Suche nach einer Balance durch eine vertikale Achse wider. Die Fotografien von Paul Hess sind der sogenannten Appropriation Art zuzuschreiben. Er machte unter anderem im Frankfurter Städel Aufnahmen, die dessen Deckendetails oder auch Besucher zeigen. Hierbei fängt Hess die Wirkung ein, die das Kunstwerk in der tatsächlichen Umgebung des Museums erzeugt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raums befindet sich Maggie Thiemes "Das Rot der Saison", welches Damenbinden mit von rotem Lippenstift gezeichneten Kussmündern verbindet.

Bei der Darstellung der Arbeiten habe man darauf Wert gelegt, dass diese Bezug aufeinander nehmen und harmonisch zusammenwirken. Allzu stark aufeinanderprallende Kontraste wollte man ebenso vermeiden. Für das Kleinformat gab der OKB keine Größenvorgaben, erklärte Hoffmeister. Das Format sei von Künstler zu Künstler ohnehin unterschiedlich, weshalb es jedem selbst überlassen gewesen sei, dieses zu definieren. Hinzukommend seien bei den über 50 Mitgliedern des Vereins mindestens genauso viele Kunstauffassungen vertreten. Um diesem Spektrum Rechnung zu tragen, verzichtete man auf einheitliche Restriktionen.

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