Die Schwestern Sayaka und Yumi Schmuck werden von Felix Welz souverän begleitet. FOTO: RW
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Die Schwestern Sayaka und Yumi Schmuck werden von Felix Welz souverän begleitet. FOTO: RW

Von Klassik bis Jazz

  • vonDr. Olga Lappo-Danilewski
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Die Klangpalette der Klarinettenfamilie breiteten am Sonntag die Schwestern Sayaka und Yumi Schmuck zusammen mit Felix Welz aus. Es war das zweite Konzert in der Schiffenberg-Basilika nach der Corona-Pause.

Nach einem ebenfalls den Bläsern gewidmeten Auftakt der Basilika-Konzertreihe am vergangenen Sonntag konnten sich wiederum gut 50 Zuhörer diesmal an einer "Crossover"-Matinee erfreuen: Das Klarinettentrio Schmuck demonstrierte seine Flexibilität und Musizierfreude in einem Programm von Mozart bis zu Jazz-Standards. Hoch professionelles künstlerisches Niveau paarte sich mit Leichtigkeit der Darbietung und informativer Conférence von Sayaka Schmuck, und die Stunde wurde zum abwechslungsreichen Genuss.

Perfekt aufeinander eingespielt

Bearbeitungen aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte", "Hochzeit des Figaro" und "Don Giovanni" gefielen, darunter "Dies Bildnis ist bezaubernd schön", Cherubinos "Voi che sapete" sowie "Reich mir die Hand mein Leben". Die virtuose Arie der Königin der Nacht imponierte in entsprechender Umsetzung für Klarinetten und Bassetthorn, punktgenau intoniert von den perfekt aufeinander eingespielten Schwestern und souverän begleitet von Felix Welz. Die Künstler sind sowohl langjährig tätige Orchestermusiker als auch erfahrene Solisten.

Einen Ausflug in die Romantik bot das Trio in genannter Besetzung mit zwei slawischen Tänzen von Antonin Dvorák, reizvoll im Wechsel von Dur und Moll, von Melancholie und übermütigem Temperament.

Den passenden Übergang von reiner Klassik zu Jazz stellte Claude Debussys "Little Negro" dar mit seinen hüpfenden Ragtime-Rhythmen, und mit Scott Joplins "The Strenous Life" wurde ein Klassiker lebendig. Paul Desmonds "Take Five" führte zum Dave Brubeck Quartett, und Sayaka Schmuck erinnerte daran, das dieses Stück mit dem zündenden Fünfvierteltakt 1959 in der Liste der amerikanischen Charts auftauchte. Da durfte "After I’ve Gone" von Turner Layton/ Benny Goodman mit seinem plastisch musizierten Swing nicht fehlen.

Nun kam die Bassklarinette zum Zuge, als Henry Mancinis verträumter "Moon River" mit langsamem Walzer in lyrische Gefilde entführte. Samba-Farben blühten auf in Zequinha de Abreus "Tico Tico", und die Freude am Spiel erreichte einen Höhepunkt im Schlussstück des Programms, Irving Berlins "Alexander’s Ragtime Band".

Publikum wünscht zwei Zugaben

Die Gäste wünschten sich per Beifall zwei Zugaben: In einem ausdrucksstarken, rhythmisch charaktertypischen Klezmer-Stück zeigte das Trio noch einmal deutlich musikantischen Impetus.

Mit einem friedvollen Arioso von Johann Sebastian Bach entließen die drei hochkarätigen Musiker ihr Publikum aus der stimmungsvollen Basilika hinaus in die Sonne.

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