+
Die Kita St. Hildegard von Bingen (Gebäude hinten rechts) wird abgerissen. Während der Neubauphase ziehen die Kinder ins "Haus Agnes" (links). Leiterin Bärbel Wiesing präsentiert die Baupläne für das neue Domizil. (Foto: Schepp)

Kita St. Hildegard von Bingen entsteht neu

Gießen (pd). Als die Kita St. Hildegard von Bingen 1979 gegründet wurde, war sie die erste Einrichtung in Gießen, die Kinder unter drei Jahren betreute. Fünf Kinder wurden damals in einer Vier-Zimmer-Wohnung im Sprachheilzentrum des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) betreut.

Mittlerweile ist die U3-Betreuung aus dem Kita-Alltag nicht mehr wegzudenken, viele Kindertagesstätten bieten Gruppen für Krabbelkinder an. Auch die Zahl der Kinder, die im Familienzentrum Kita St. Hildegard von Bingen im Wartweg betreut werden, ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich gestiegen.

Allerdings hat der bauliche Zustand des SkF-Ensembles aus den 1950er Jahren nicht Schritt gehalten mit den Anforderungen, die an eine moderne Einrichtung für Kinder unter drei Jahren gestellt werden. Die Konsequenz: Das Kita-Gebäude "Haus Elisabeth" im Wartweg 21 wird in den kommenden Wochen komplett abgerissen und an gleicher Stelle wiederaufgebaut. Weichen muss im Zuge dieser Arbeiten auch die ehemalige Mehrzweckhalle des Sprachheilzentrums, das 2012 in einen Neubau in der Adolph-Kolping-Straße umgezogen ist. Während der Bauphase – der Einzug in die neuen Räume ist für Ende 2017 geplant – wird die Kita im benachbarten "Haus Agnes" im Wartweg 17 untergebracht. Der Umzug ist für Ende April, Anfang Mai vorgesehen, berichten Kita-Leiterin Bärbel Wiesing und die Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen, Yvonne Fritz, im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung

2,2 Millionen Euro wird der zweistöckige Bau nach Angaben der SkF-Chefin kosten. Notwendig wurden die Neubauplanungen auch, weil es im alten Gebäude dringend erforderliche Nachbesserungen in Sachen Brandschutz gibt. Da eine Sanierung sich finanziell nicht gerechnet hätte, habe man sich für einen Neubau entschieden, sagte Fritz. Seit Januar laufen im benachbarten "Haus Agnes" die Renovierungsarbeiten. Dort waren bis Jahresbeginn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht, mittlerweile ist die vom Caritasverband angemietete Notunterkunft aufgelöst.

Neubau kostet 2,2 Millionen Euro

Mit dem Umzug in das Interimsdomizil im Wartweg 17 wird sich die Zahl der Kinder leicht von derzeit 32 auf dann 34 erhöhen, berichtet Bärbel Wiesing. Freuen dürfen sich die Krabbelkinder auf frisch renovierte Räume mit neuen Böden, Bädern und Türen. Im "Haus Agnes" wird nach dem Ende der Interimsphase die Beratungsstelle des SkF-Frauenzentrums einziehen, so Yvonne Fritz.

Deutlich vergrößern wird sich das Familienzentrum mit dem Bezug des Neubaus. Dann werden im Untergeschoss 40 Kinder unter drei Jahren sowie eine Kita-Gruppe mit 25 Sprösslingen betreut. Mit der Einrichtung der Gruppe für ältere Kinder möchte man das benachbarte Montessori-Kinderhaus entlasten, in das die meisten Kinder nach ihrer U3-Zeit im Familienzentrum St. Hildegard von Bingen wechseln. "Würden wir keine Kita-Gruppe schaffen, hätte das Kinderhaus kaum eine Möglichkeit mehr, Kinder aus anderen Einrichtungen aufzunehmen", so Wiesing.

Mit der Fertigstellung des Neubaus werden den Krippenkindern künftig insgesamt 737 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dann soll auch die Gruppe mit zehn Kindern, die derzeit am Schwarzacker betreut werden, in die Räume im Wartweg integriert werden. Dort wird es unter anderem einen großen Bewegungsraum, ein Bad für jede Gruppe, einen behindertengerechten Aufzug, mehrere Ausweichräume sowie eine Halle geben, die gemeinsam mit der Agnes-Neuhaus-Schule genutzt werden kann.

An den Rahmenbedingungen möchte Kita-Leiterin Wiesing zunächst nichts ändern. "Wir bleiben in der Interimsphase bei unserem herkömmlichen Ganztagsmodell." St. Hildegard von Bingen bietet Öffnungszeiten von 6.45 bis 17 Uhr, das Mindestalter der Kinder beträgt sechs Wochen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare