Kinopolis hofft auf »Regelungen mit Augenmaß«

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Gießen (pm/gl). Vom Land Hessen gibt es nun erste Informationen darüber, wie in den nächsten Wochen unter anderem für Kulturbetriebe der vorsichtige Weg aus dem aktuellen Lockdown aussehen soll.

Die Kinobetreiber aus Hessen begrüßten es sehr, dass sich eine Perspektive abzeichnet, heißt es in einem Brandbrief der Branche an Lokalpolitiker, den auch Betriebsleiter Enrico Sinner vom Kinopolis unterzeichnet hat. Darin heißt es, dass die Branche aber auch »sorgenvoll« die Ausarbeitung der Details erwarte. Man hoffe sehr, dass die Anregungen der Kinoverbände berücksichtigt würden. In den Veröffentlichungen zum hessischen Stufenplan gibt es Formulierungen wie »Genehmigungsvorbehalte« und »das Gesundheitsamts kann ausnahmsweise«, die man zum Anlass nimmt, noch einmal für die Lage der Kinos zu sensibilisieren.

Den Kinos sei es sehr gut möglich, Besucherströme über Filmanfangszeiten zeitlich zu entzerren. Man verfüge über bewährte, sitzplatzgenaue Online-Vorverkauf-Systeme. Auch eine sitzplatzgenaue Kontaktdatenerfassung sei eingespielt. Eine App wie Luca oder ähnliches könne problemlos zusätzlich eingesetzt werden. »Unsere Kinogäste sitzen auf eindeutig zugewiesenen Plätzen, bewegen sich während der Vorstellung nicht, sitzen sich nicht gegenüber und unterhalten sich nicht«, heißt es im Schreiben.

Ein »annähernd wirtschaftlicher Kinobetrieb« werde in den ersten Wochen der Wiedereröffnung auch bei »optimalen« Corona-Restriktionen unmöglich sein. Man werde zunächst keine publikumsstarken Filme anbieten können, da Filmverleiher erst neue Filme herausbringen werden, wenn die Kinos bundeseinheitlich und dauerhaft geöffnet sind. Obendrein würden wohl viele noch nicht Geimpfte zurückhaltend sein. Auch die Sonne und die Fußball-EM lockten die Menschen vermutlich vorrangig in die Außengastronomie. Für den wirtschaftlichen Fortbestand der Kinos sei es aber wichtig, »dass die sehr schwierige Anlaufphase so kurz wie möglich ausfällt und nicht durch zusätzliche, pauschale Restriktionen verschlimmert wird.«

Vom Land Hessen erhoffen sich die Kinobetreiber Regelungen mit Augenmaß, die lokalen Gegebenheiten angepasst werden können. Dringlichste Wünsche sind eine akzeptable Mindestabstandsregelung (max. 1 Meter und eine zeitnahe Anpassung nach unten, sobald es die Infektionslage ermöglicht), Maskenpflicht nur auf dem Weg zum Platz, die Erlaubnis, Getränke und Snacks zu verzehren und eine einzelfallbezogene Beurteilung bei der Deckelung der Besucherzahl. Die Politiker werden aufgefordert, die Anregungen bei der Ausgestaltung lokaler Öffnungsstrategien in Betracht zu ziehen. FOTO: SCHEPP

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