Einmal ohne Kostüme: Dass TINKO-Kindertheater-Ensemble hofft auf Unterstützung. FOTO: PM

Kindertheater hofft auf eine gute Fee

"Die Stadt braucht Märchen" lautet das Motto des TINKO-Kindertheaters. Doch die Corona-Krise bringt das kleine freie Theater in Existenznot. Der Spielbetrieb ist vorerst bis Ende April abgesagt. Wie und ob es weitergehen kann, ist unklar. Der gemeinnützige Verein hofft nun selbst auf eine "gute Fee" und auf die Unterstützung seiner Fans.

Wir machen uns große Sorgen". Aldona Watolla ist anzumerken, dass ihr die Corona-Krise arg zusetzt. Gemeinsam mit Stephanie Hoy leitet sie das TINKO-Kindertheater in der Bleichstraße. Und das hat seinen Spielbetrieb einstellen müssen. Vorerst. Derzeit geht man von einer Schließung bis Ende April aus. Aber wer weiß das zum jetzigen Zeitpunkt schon genau? "Wir hoffen, dass wir im Mai wieder spielen können", sagt Watolla - oder zumindest wieder im September nach der Sommerpause.

Denn Ende Mai endet ohnehin der aktuelle Spielplan des kleinen Theaters, das sich mit dem englischsprachigen Keller Theatre die Spielstätte in der Bleichstraße 28 teilt und das im September dieses Jahres eigentlich sein 20-jähriges Bestehen mit einem großen Fest feiern will. Eine Verlängerung des Spielbetriebs ist nicht möglich, denn für die Sommermonate haben die Spieler schon andere Verpflichtungen. Doch Feste fallen aus, Kindergärten- und Schulveranstaltungen sind fraglich und geplante Auftritte etwa beim Musikalischen Sommer auf dem Schiffenberg, beim Märchenmarkt in Wißmar oder dem Schlossfest in Buseck sind ungesichert. "Wir sind mit allen Veranstaltern in Kontakt. Sie hoffen, dass das stattfinden kann", berichtet Watolla.

Doch von Hoffnung allein können auch Märchenspieler nicht existieren und Gold und Silber fallen nur in Märchen vom Himmel herab. "Dieses Haus wird schwer zu halten sein", befürchtet Watolla in Bezug auf die Spielstätte, auch wenn man einen sehr netten Vermieter habe. Und außerdem gebe es auch noch zur Freude des Ensembles finanzielle Unterstützung vom Kulturamt. "Darüber sind wir sehr glücklich. Ohne dessen Zuschuss wäre das Betreiben des Theaters auch schon im Normalbetrieb nicht möglich."

Das TINKO-Team hat erst mal alle Aktivitäten gestoppt. Die geplante Herrichtung der Bühne oder der Bau von Bühnenbildern für die Herbstspielzeit sind momentan nicht zu finanzieren. Doch neben Workshop-Angeboten für Kinder und Erwachsene oder Kindergeburtstagsfeiern bricht auch das "normale" Vereinsleben wegen des aktuellen Versammlungsverbotes zusammen, zum Bedauern der Spieler. Die rund 40 Mitglieder des Vereins tauschen sich zwar "kräftig im TINKO-Chat" aus, aber das miteinander Proben ersetzt das nicht.

Und auch der unmittelbare Kontakt zu den kleinen Zuschauern fehlt allen Spielern. Sie planen, zumindest auf der Facebook-Seite des TINKO Kindertheaters mit Videos für die Märchenfans präsent bleiben zu können.

"Wir hoffen, nicht in Vergessenheit zu geraten", meint Watolla und ruft sämtliche TINKO-Fans zur Unterstützung auf. "Es wäre toll, wenn all die Familien, die regelmäßig zu uns kommen, spenden würden." Und außerdem können gekaufte Tickets später eingelöst werden. All das würde helfen, die Folgen der Krise abzufangen. Denn eines ist klar: "Die Stadt braucht Märchen" - auch in Zukunft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare