Christoffer Krug mit seinem neuen Ratgeber. Das Büchlein will er auch kostenlos in Kitas verteilen. 	FOTO: SCHEPP
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Christoffer Krug mit seinem neuen Ratgeber. Das Büchlein will er auch kostenlos in Kitas verteilen. FOTO: SCHEPP

Kostenloser Ratgeber

Mit Kindern durch die Krise

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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Nach »Paul sagt AAAHHH« hat der Gießener Kinderarzt Christoffer Krug ein zweites Buch geschrieben. Es ist ein Ratgeber für Eltern in Zeiten von Corona.

Das Elternsein bedeutet vor allem, das Wohlergehen der Kinder über das eigene zu stellen. In einer globalen Pandemie führt das zu existenziellen Sorgen. Aber auch zu ganz profanen Nöten. Wie schütze ich mein Kind vor einer Infektion? Wie erkläre ich den Kleinen Corona? Hat das Tragen der Masken gesundheitliche Folgen? Und was kann ich unternehmen, damit sich in der Quarantäne nicht alle an die Gurgel gehen? Dr. Christoffer Krug bekommt solche Fragen in seiner Kinderarztpraxis jeden Tag zu hören. »Die Antworten, die ich den Eltern gebe, habe ich jetzt aufgeschrieben und einen kleinen Ratgeber daraus gemacht«, erzählt der Gießener. »Mit Kindern durch die Corona-Krise« heißt das Werk, das kostenlos auf der Internetseite der Praxis (www.Kinderarzt-Giessen.de) heruntergeladen werden kann.

Erlöse gehen an kranke Kinder

Auch für einen Mediziner ist es nicht leicht, bei fast täglich neu erscheinenden Studien und Entwicklungen den Überblick zu behalten. Wie weit die Meinungen auch unter Wissenschaftlern auseinandergehen, zeigt sich zum Beispiel am Infektionsgeschehen bei Kindern und den damit einhergehenden Kontroversen über Kita- und Schulschließungen. Laut Krug gibt es allerdings auch eindeutige Fakten. »Inzwischen existieren zahlreiche Studien, die deutlich zeigen, dass Kinder in den allermeisten Fällen nicht die Quelle von Infektionen waren. Im Vergleich werden sie wesentlich häufiger von Erwachsenen angesteckt, als dass sie Covid-19 in die andere Richtung auf ältere Personen übertragen.« Auch Verschwörungstheorien widmet Krug ein Kapitel und versucht, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Krug betont, dass seine medizinischen Ausführungen stets der aktuellen Datenlage entsprächen. »Daher finden sich im Buch auch 35 Quellenangaben, die hieb- und stichfest sind. Zumindest für den Moment.«

Auch eigene Erfahrungen hat der Arzt in den Ratgeber einfließen lassen. So betont er etwa, dass bei den vielen Schnelltests in seiner Praxis so gut wie nie positive Befunde bei Klein- und Kindergartenkindern aufgetreten seien. Neben medizinischen Informationen versorgt Krug die Leser auch mit Tipps zum Homeschooling oder für Aktivitäten während der Quarantäne. »Ich bin dreifacher Vater und kenne die Probleme, die dabei entstehen. Ich möchte den Eltern daher Wege aufzeigen, wie sie mit Konflikten umgehen können und ihnen ein paar Ideen gegen Langeweile mit auf den Weg geben.« Das gelingt Krug auf eine empathische Weise. Er begegnet den Lesern nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. Es ist nicht das erste Buch, das Krug geschrieben hat. Sein Werk »Paul sagt AAAHHH« findet sich in vielen Kinderzimmern und soll Jungen und Mädchen die Angst vorm Arztbesuch nehmen. Und wie bei seinem Erstlingswerk sollen auch beim Ratgeber mögliche Erlöse dem Kinder-Palliativ-Team Mittelhessen zugute kommen.

Allzu viel Gewinn wird das Buch aber wohl nicht generieren. »Mir geht es dabei nicht ums Geld. Ich möchte, dass möglichst viele Eltern profitieren und biete den Ratgeber daher kostenlos an«, betont Krug und verweist auf den Download auf seiner Homepage. Der Kinderarzt hat aber auch 1000 Exemplare drucken lassen, die in ausgewählten Kindergärten ausgelegt werden sollen.

Auf Amazon wird der Ratgeber auch bald zum kleinen Preis zu kaufen sein. Das dort eingenommene Geld soll dann an die schwerkranken Kinder, ihre Familien und Pfleger gehen.

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