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Auch wenn in der Teddyklinik normalerweise wie im echten Leben Schutzkleidung getragen wird, kann die Veranstaltung für Kids wegen Corona erneut nicht stattfinden.

Kinder fragen - Mediziner antworten

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Gießen (bei). Ein achtjähriger Junge fragt die angehenden Ärzte, warum es noch keinen Impfstoff für Kinder gegen Corona gibt und wann es so weit sein wird. »Wir haben dem Jungen geantwortet, dass wir bei Kindern sehr viel vorsichtiger sein müssen, wenn neue Impfungen oder Medikamente für Krankheiten entwickelt werden«, erzählt Studentin Lucia Fischer-Wasels auf Anfrage.

»Wir planen und testen natürlich, dass auch Kinder geimpft werden können. Das wird aber leider noch eine Weile dauern.«

Eine Handvoll Briefe haben sie bereits bekommen - die angehenden Medizinerinnen und Mediziner der Gießener »Teddyklinik«, die wegen der Corona-Pandemie nun zum zweiten Mal ausfallen muss. Normalerweise bringen jedes Jahr rund 400 Kinder im Kita- und Grundschulalter ihre Kuscheltiere in der extra aufgebaute »Teddyklinik« am Zeughaus, um sie von Studierenden verarzten zu lassen. »Mit der Aktion sollen die Kleinen spielerisch die Abläufe in Krankenhäusern und Arztpraxen kennenlernen, um ihnen Ängste zu nehmen«, erklärt Fischer-Wasels.

Besonders jetzt seien Kinder verunsichert und hätten noch mehr Fragen, sagt die 23-Jährige weiter. »Und wir wollen trotz Pandemie da sein für sie.« Also haben die Studierenden ein Briefprojekt gestartet: Kinder können ihnen Fragen zu allen möglichen medizinischen Themen schicken - per Post oder E-Mail. Und am besten mit Altersangabe, dass sie individuell und altersgerecht antworten können.

Die Idee dazu kam bereits Ende 2020 beim jährlichen Kongress der »Teddyklinik«-Teams aus ganz Deutschland auf, der online stattfand. Rund 60 Teilnehmer aus 20 Städten waren dabei. »Uns war schon recht früh klar, dass das dieses Jahr nichts wird«, sagt Fischer-Wasels. Im Dezember haben sie mit der Planung der Briefaktion begonnen.

Die Zahnmedizinstudentin im neunten Semester hat bereits geholfen, als die spielerische Lernaktion noch ganz normal stattfand. »Das ist immer sehr schön. Die Kinder sind so unterschieldich; manche, die schon öfter dabei waren, sind ganz stolz und selbstbewusst, wenn sie anderen zeigen können, wie das bei uns abläuft.« Vormittags kommen in der Regel immer viele Kita-Gruppen, mit denen die Studierenden den Ablauf und mögliche Themen in den Wochen zuvor bereits etwas durchgeplant haben. Auch weil diese Vorarbeit nun wegfällt, haben die Engagierten die »Teddyklinik«, die meist im Juni stattfindet, schon jetzt abgesagt. Die Idee zu dem Konzept stammt ursprünglich aus Skandinavien und wurde um die Jahrtausendwende in Deutschland adaptiert, seit 2007 gibt es die Aktion in Gießen.

Fragen an: Fachschaft Humanmedizin, Teddyklinik, Klinikstraße 29, 35392 Gießen, oder per E-Mail an teddyklinikgiessen@gmail.com

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