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OK KID: Das neue Album "Sensation" der Gießener Band ist da

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Heute erscheint das neue Album von OK KID aus Gießen. Es hebt sich positiv von den Vorgängern ab. Das ist aber nicht die einzige gute Neuigkeit von der Band.

Weniger Hip Hop, mehr Pop. Nicht so melancholisch, dafür erfrischend und tanzbar. Oder, wie es Sänger Jonas Schubert formuliert: "Im besten Sinne leicht, ohne seicht zu sein." Das heute erschienene Album von OK KID "Sensation" hat einen ganz anderen Sound als seine beiden Vorgänger. Das überwältigende Feedback, das die drei Gießener auf Facebook erhalten, lässt keinen Zweifel daran: Die Platte trägt seinen Namen zurecht.

Mit der Veröffentlichung ihres nunmehr dritten Albums haben Moritz Rech, Raffael Kühle und Jonas Schubert ein Versprechen eingelöst, das sie im Juni bei dem von ihnen organisierten Festival "Stadt ohne Meer" gegeben hatten. Und mit "Lügenhits" und "Warten auf den starken Mann" konnten die 4000 Besucher im Schiffenberger Tal gleich zwei Tracks des künftigen Albums hören.

In der Zwischenzeit sind neun weitere dazugekommen. "Wir sind dieses mal musikalisch ganz anders herangegangen. Wir haben das erste mal Text und Musik zusammen geschrieben. Dadurch ist das Album lockerer, intuitiver und melodiöser", sagt Moritz Rech.

Doch trotz des poppigeren Sounds sind die Lieder nicht weniger politisch. Im Gegenteil, "Sensation" strotzt nur so vor Gesellschaftskritik. Die Titel handeln von Selbstinszenierung in den Sozialen Medien, Konsumwahn, der Gier nach Sensationen. In "Heimatschänke" besingt Sänger Jonas Schubert ein Alkoholiker-Drama, "Pattaya" beschreibt mit karibischen Beats das tägliche Drama des Sextourismus.

OK KID: Zur Klausur in Brandenburg

"Das Album war ein langer Prozess mit vielen Ups und Downs. Noch nie haben wir so viele Ideen wieder verworfen wie dieses mal", sagt Raffael Kühle. Bei mehreren gemeinsamen Urlauben hätte sich das Album aber mehr und mehr zusammengefügt. "Das größte Up hatten wir, als wir uns im Frühling für zehn Tage in ein Ferienhaus im Wald in Brandenburg eingesperrt haben. Dabei sind so viele Songs entstanden wie in den ganzen Jahren zuvor nicht."

Eine zweite Gießen-Hymne à la "Stadt ohne Meer" ist auf "Sensation" nicht zu finden. Wer in den 90er Jahren in Gießen großgeworden ist, wird aber die ein oder andere Reminiszenz entdecken. In "1969" zum Beispiel singt Schubert über die kleinen und großen Dramen der Teenagerzeit. "Du findest mich, vor dem Hit, in der Einkaufspassage (...) komm bitte nicht zur Karstadt-Kante wo die Jungs mich verarschen." Trotz des melancholischen Inhalts ist "1996" einer der eingängigsten Songs des Albums.

OK KID: Festival 2019 in Gießen ist fix

Ab heute gibt es Sensation als Stream, CD und auf Schallplatte zu kaufen. Für letztere hat sich die Band etwas Besonderes ausgedacht. "In 40 Vinyl-Alben haben wir Eintrittsbändchen für das Festival im nächsten Jahr versteckt", sagt Schubert – und bestätigt somit ein weiteres Versprechen, dass die Jungs im zurückliegenden Sommer im Schiffenberger Tal gegeben hatten: Auch 2019 wird es das "Stadt ohne Meer" Festival geben. "Es wird wieder früh im Sommer stattfinden, das genaue Datum werden wir noch bekanntgeben", sagt der Gießener. Stand jetzt bleibt es bei der Location im Schiffenberger Tal.

Für Schubert, Rech und Kühle gab es keine Zweifel an einer Fortsetzung. "Wir hatten ein überragendes Feedback. Auch für uns war es ein unglaublich schöner Tag. Es war daher klar, dass wir nicht nur weitermachen wollen, sondern auch müssen."

Doch nicht nur Fans und Band waren begeistert. Laut Schubert haben sich auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die Verantwortlichen des Kulturamts sowie Vertreter der Wirtschaftsförderung ausschließlich positiv geäußert. "Wir hatten bisher sehr gute Gespräche. Die Stadt steht hinter uns. Alle helfen wirklich mit."

Doch trotz des großen Erfolgs bei der Premiere werden die Band-Mitglieder nicht übermütig. Das Konzept bleibt weitestgehend dasselbe: Ein Tag, zwei Bühnen, kein Camping. "Wir wollen nicht krampfhaft größer werden. Wir versuchen erst einmal, die kleinen Sachen noch besser zu machen", sagt Schubert. Und so werden im kommenden Sommer wieder tausende Menschen in das Schiffenberger Tal pilgern. Feiern, tanzen, Spaß haben. Und natürlich singen: "Sensatioo-on, Sensat-io-io-ion."

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