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An dieser Stelle soll die Fahrradabstellanlage entstehen.

Verzögerung wegen Hochwasser

Funde am Bahnhof Gießen erwartet - „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bombe dabei ist, ist sehr hoch“

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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Eine geplante Bombensondierung am Gießener Bahnhof wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Dadurch verzögert sich der Bau der Fahrradabstellanlage. Grund: Der Gießener Katastrophenschutz ist im Westen wegen des dortigen Hochwassers im Einsatz.

Gießen - Corona hat den Bau der Fahrradabstellanlage mit insgesamt 400 Plätzen hinter der Neuen Post bereits verzögert. Wegen der Nähe zu den Krankenhäusern untersagte eine landesweite Regelung den für solche Vorhaben notwendigen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes. Dadurch sollte vermieden werden, dass im Falle eines Bombenfunds die Kliniken evakuiert werden müssen. Vergangene Woche wurde diese Regelung zurückgezogen. Bürgermeister Peter Neidel lud daher die Presse für Dienstagnachmittag ein, um über die geplante Bombensondierung zu sprechen. Kommende Woche sollte sie über die Bühne gehen. Doch dazu wird es nicht kommen. Kurz vor dem Pressetermin erhielt die Stadt die Nachricht, dass das Vorhaben verschoben werden muss. Grund ist das Hochwasser-Drama im Westen Deutschlands.

»Es war alles auf den Weg gebracht, wir haben mit den Kliniken gesprochen, nächsten Dienstag sollte es losgehen«, sagte Neidel. Doch dann habe der Katastrophenschutz kurzfristig absagen müssen, da er in Nordrhein-Westfalen bzw. in Rheinland-Pfalz die Folgen des Hochwassers bekämpft. Für die Bombensondierung am Gießener Bahnhof seinen die Einsatzkräfte aber zwingend notwendig gewesen, um im Falle eines Fundes die Evakuierung sicherzustellen, erklärte der Bürgermeister.

Bahnhof Gießen: Verschiebung der Arbeiten wegen Hochwasser-Drama

»Wir müssen die Maßnahme daher auf unbestimmte Zeit verschieben und schauen, wann das Sondierungsunternehmen wieder Zeit hat.« Neidel äußerte die Hoffnung, dass die Kampfmittelräumung noch in den Sommerferien über die Bühne gehen kann, da die Belegung in den Krankenhäusern derzeit nicht sonderlich hoch sei.

Klar ist: Wenn ein Termin gefunden worden ist, könnte die Sondierung große Auswirkungen nach sich ziehen. Die Krankenhäuser liegen innerhalb eines Radius von einem Kilometer. Sollte eine Bombe gefunden werden, ist eine Evakuierung sehr wahrscheinlich. Wie weiträumig das Gebiet evakuiert werden muss, wird davon abhängen, was für eine Bombe gefunden wird.

Bahnhof Gießen: Bombenfund sehr wahrscheinlich

Dass rund um den Bahnhof Sprengkörper in der Erde liegen, ist naheliegend, schließlich ist der Bahnhof als Transport- und Versorgungsstätte während des Zweiten Weltkriegs stark bombardiert worden. Bei einer ersten Untersuchung des Areals haben die Detektoren zudem 16 mal ausgeschlagen. »Es kann sein, dass es sich nur um einen Nagel handelt, es kann aber auch eine Bombe sein«, sagte Eva Salzmann von Ordnungsamt und fügte hinzu. »Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bombe dabei ist, ist sehr hoch.«

Die geplanten 400 Fahrradstellplätze, die sich aus einer Kombination aus überdachten Doppelstockparkern, Sammelschließanlagen, Fahrradboxen und einfachen Fahrradbügeln zusammensetzen sollen, werden also noch länger auf sich warten lassen. »Das ist ärgerlich, aber leider notwendig«, sagte Bürgermeister Neidel und fügte hinzu: »So schön und wichtig die Fahrradabstellanlage ist: Gesundheit geht vor.«

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