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Am Nebeneingang können Theaterbesucher klingeln und dann den Lift ins Erdgeschoss nutzen. FOTO: SCHEPP

Keine Barrierefreiheit im Stadttheater

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Gießen(kw). Das Stadttheater wird in absehbarer Zukunft nicht behindertenfreundlicher. Viel mehr als der vor gut sieben Jahren installierte Plattformlift ins Erdgeschoss sei nicht möglich, erklärte Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) am Mittwoch im Sozialausschuss. Dort gab es keine Debatte dazu. Der Arbeitskreis für Behinderte fordert indes weiterhin eine "große" Lösung.

Die FDP-Fraktion hatte gefragt, ob es in den letzten Jahren weitere Planungen für Barrierfreiheit im Theater gegeben habe. Nein, antwortete nun der Magistrat. In der jahrelangen Debatte habe sich keine bessere Lösung finden lassen, die mit dem Denkmalschutz des 112 Jahre alten Gebäudes vereinbar wäre. Neue Erkenntnisse seien nicht zu erwarten. Die Wartung der Liftanlage koste rund 400 Euro im Jahr.

Demnächst würden zusätzliche Handläufe an den Stufen im Bereich des Haupteingangs angebracht. Bei Umbauten oder Neubauten würden der Behindertenbeauftragte, -beirat und Verbände in der Regel früh eingebunden.

Bei der Einweihung des Lifts am Nebeneingang im Herbst 2012 hatte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) erklärt, der "Kompromiss" sei ein "erster Schritt". Ein Aufzug bis ins Obergeschoss sei "derzeit nicht finanzierbar".

Bis dahin hatten sich Gehbehinderte von Feuerwehrleuten über die Treppen tragen lassen müssen. Ins Foyer können sie auch weiterhin nur mit derartiger Hilfe gelangen.

Von Theaterbesuchern mit Mobilitätseinschränkungen gebe es immer wieder Beschwerden, sagt auf GAZ-Anfrage Kornelia Steller-Nass, Vorsitzende des Arbeitskreises für Behinderte. Der Lift sei nur eine Notlösung. Dort entstünden regelmäßig "Staus". "Nicht vertretbar" bleibe, dass Frauen die Behindertentoilette nur durchs Herrenklo erreichen.

VHS kommt voran

Die stetigen Bemühungen der Volkshochschule um leichteren Zugang waren ebenfalls am Mittwoch Thema im Seniorenbeirat der Stadt. VHS-Leiterin Waltraud Burger berichtete, man habe einige Kurse ins Erdgeschoss verlegt. Der neue Eingang ist behindertenfreundlicher, eine Unterstützungskraft häufig vor Ort.

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