Diese Häuserreihe in der Werrastraße (links im Bild) wird abgerissen und etwa zehn Meter nach rechts versetzt neu aufgebaut. Auf der restlichen Grünfläche entsteht ein Spielplatz. FOTO: IGE
+
Diese Häuserreihe in der Werrastraße (links im Bild) wird abgerissen und etwa zehn Meter nach rechts versetzt neu aufgebaut. Auf der restlichen Grünfläche entsteht ein Spielplatz. FOTO: IGE

"Kein neues Fass aufmachen!"

  • vonRedaktion
    schließen

Gießen(ige). Der erste Bauabschnitt im Flussstraßenviertel steht bevor. Bis Ende übernächster Woche - 27. März - haben die Bewohner des Viertels noch Zeit, Anregungen und Bedenken zum Entwurf des Bebauungsplans Schwarzlachweg/Werrastraße schriftlich zu äußern. Nächsten Montag können sich die Bewohner in einer Bürgersprechstunde noch Fragen beantworten lassen. Beim schriftlichen Formulieren von Einwänden ist Lutz Perkitny als Stadtteilmanager im Nordstadtbüro in der Reichenberger Straße behilflich. Auch beim Stadtplanungsamt im Rathaus kann in den nächsten Tagen in die Pläne Einsicht genommen werden.

Vorgestellt wurde der Entwurf am Dienstagabend beim "Runden Tisch Flussstraßenviertel" im Nordstadtzentrum. Nachdem der Rahmenplan bereits vor einiger Zeit in dem Gremium diskutiert worden war, ist nun als nächster Schritt ein Bebauungsplan zu erstellen, um Rechtssicherheit zu schaffen - damit nicht jeder Investor bauen kann, wie er möchte. Das Stadtplanungsamt ist, so der stellvertretende Amtsleiter Stephan Henrich, bei dem Projekt "neutral und Abwägungsbehörde." Was bedeutet, dass das Amt sich alle zu dem Entwurf eingehenden Anregungen und Kritiken anschaut, verwirft oder aufnimmt und dann das ganze durch die parlamentarischen Gremien bis in die Stadtverordnetenversammlung leitet, wo der Entwurf mit - oder auch ohne - Änderungen als Satzung beschlossen wird.

Der energetische Standard der Häuser in diesem Areal sei sehr niedrig, sagte Anna-Sophie Heer vom Planungsbüro Rittmannsberger (Darmstadt). Die Bausubstanz sei sehr schlecht, viele der Gebäude seien nicht mehr zu erhalten. Alle Häuser auf der östlichen Seite der Werrastraße sollen abgerissen und eine neue Häuserzeile etwa zehn Meter nach hinten versetzt errichtet werden. Vorgärten wird es weiterhin im selben Ausmaß geben. Für Parken wird mehr Platz sein, weil quer zur Straße geparkt werden kann. Die Bäume sollen erhalten bleiben und parkende Autos optisch abschirmen.

Auf der weitläufig verbleibenden Grünfläche hinter den Häusern ist ein Spielplatz für Kinder vorgesehen, getrennt nach zwei unterschiedlichen Altersgruppen, wie Sylvia Holzmann vom Gartenamt erzählte. Wann es mit den Arbeiten losgehen und wann sie vollendet sein werden, steht noch nicht fest. Lediglich zum gesamten Quartier Flussstraßenviertel gebe es eine zeitliche Planung. Innerhalb von drei Jahrzehnten solle das gesamte Gebiet neu gestaltet sein. Geäußerte Kritik am Bebauungsplan fand Runder-Tisch-Vorsitzender Peter Sommer nicht angemessen. Es sei schon alles ausgiebig debattiert worden. "Wir sollten kein neues Fass aufmachen und nicht weiter diskutieren." Bei der Neuwahl war er zu Sitzungsbeginn einstimmig wiedergewählt worden; seine beiden Stellvertreterinnen sind Tanja Kasten und Cornelia Mim.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare