Kult- und Diskussionsobjekt: Das Elefantenklo.
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Kult- und Diskussionsobjekt: Das Elefantenklo.

Kultobjekt

Gießen: Abriss von Elefantenklo? Bürgermeister äußert sich

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Das Elefantenklo in Gießen hat es überregional zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. Nicht jeder findet das gut. Aber ein Abriss des inoffiziellen Wahrzeichens steht nicht zur Diskussion.

Einige Akteure aus dem Innenstadthandel und der Stadtpolitik haben das Kultobjekt schon länger auf dem Kieker, aber bis auf Weiteres sieht die Gießener Stadtregierung hinsichtlich des Elefantenklos keinen Handlungsbedarf. »Kurzfristig sind keine erheblichen baulichen Maßnahmen erforderlich, um das Bauwerk zu erhalten. Demgegenüber würden ein Abriss und eine Umgestaltung des Kreuzungsbereichs mehrere Millionen Euro kosten«, antwortete Bürgermeister Peter Neidel in der letzten Stadtverordnetensitzung am 4. März auf Anfrage der AfD-Fraktion. Die AfD hatte den Abriss und die Einrichtung eines Kreisverkehrs, durch den der Verkehr bis zum Bau der Fußgängerbrücke in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre geführt wurde, als Punkt in ihrem Kommunalwahlprogramm.

Auch aus anderen Parteien hört man hin und wieder, dass das E-Klo »fällig« ist, wenn die nächste Betonsanierung ansteht. Die bislang einzige wurde vor 25 Jahren durchgeführt und kostete rund 800 000 Euro. Bleibt es beim 30-Jahres-Zyklus, würde die nächste Runderneuerung um das Jahr 2028 herum fällig - pünktlich zum 60. Geburtstag.

Kein Abriss des Elefantenklos in Gießen: Betriebsbereitschaft zwischen 89 und 99 Prozent

Als Hauptargument gegen die 50 Meter lange und 30 Meter breite Fußgängerbrücke wird immer wieder die Einschränkung der Barrierefreiheit durch die störanfälligen Rolltreppen und den Aufzug vorgebracht. Auch jetzt wieder von der AfD-Fraktionsvorsitzenden Sandra Weegels. Das Elefantenklo sei für Fußgänger mit Einschränkungen keine verlässliche Möglichkeit, die Kreuzung am Selterstor zu überqueren, schrieb sie in ihrer Anfrage an den Magistrat.

Dem Eindruck, dass die Rolltreppen und der Aufzug ständig stillstehen und extrem störanfällig sind, widersprach die für das Hochbauamt zuständige Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Seit Juni 2020 würden die Anlagen täglich kontrolliert und Protokoll geführt, um im Falle von technische Störungen, Vandalismus und Vermüllung »kurzfristige Gegenmaßnahmen« ergreifen zu können. Laut diesen Protokollen bewegte sich die Betriebsbereitschaft der Rolltreppen und des Aufzugs von Juni 2020 bis Ende Januar 2021 zwischen 89 und 99 Prozent.

In ihren Antworten auf die AfD-Anfrage gab Dezernentin Eibelshäuser die jährlichen Instandsetzungskosten für den Aufzug an der Südostecke und die vier Rolltreppen für 2019 mit gut 65 000 Euro an, für das vergangene Jahr mit gut 58 000 Euro.

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