Kampfansage an die Misteln

  • vonDagmar Hinterlang
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Gießen-Allendorf(hin). "Allendorf kann stolz sein auf seinen Eichenbestand am Hoppenstein. Bäume und Böden sind fast so wertvoll wie im Spessart", berichtete Diplom-Forstingenieur Ernst-Ludwig Kriep am Dienstagabend im Ortsbeirat Allendorf. Anlass für seinen Vortrag waren Anträge zum Thema Wald. Kriep ist im Liegenschaftsamt der Stadt Gießen für die Betreuung und Bewirtschaftung von 1550 ha Wald zuständig. Allendorf hat einen Anteil von 21 ha.

Einen Waldkindergarten wird es in Allendorf vorerst aber nicht geben. Die Sicherungsmaßnahmen wären derzeit nicht zu leisten, berichtete Kriep. Zu sehr sei man mit der Aufarbeitung der Schäden aus dem Orkan Friederike, aus dem Hitzesommer 2019, aus Borkenkäfer- und Pilzbefall beschäftigt. "Wir laufen den Ereignissen hinterher", so Kriep. Ein planmäßiges Arbeiten sei derzeit kaum möglich. Die Grundwasserspeicher seien übrigens, trotz des zuletzt vielen Regens, noch nicht ausreichend wieder aufgefüllt. "Wir brauchen Geduld, bis das Wasser in die Tiefe vordringt", sagte Kriep. Er plädierte für naturnahe Wiederbewaldung. Das aber brauche Zeit. Neu sei, dass auch die Hauptart Buche von Schäden betroffen sei.

Dem bürgerschaftlichen Engagement zur Aufforstung von Flächen kann gegenwärtig sowohl planerisch als auch personell keine Unterstützung gegeben werden. Ohnehin sei der Markt von Forstpflanzen leergefegt, berichtete Kriep. Für Probleme sorge der Sämlingsverbiss durch Rehe. Stadträtin Gerda Weigel-Greilich verwies auf eine sich wandelnde Landwirtschaft. Es werde sich zeigen, wo künftig Streuobst wichtiger sei als Buchenwald, meine die Stadträtin. Privatpersonen können sich mit Fragen zur Bepflanzung und Begrünung ihrer Grundstücke an das Umweltamt (Tel. 06 41/3 06-21 08) und an das Gartenamt (Tel. 06 41/3 06-17 90) wenden. In puncto Waldkindergarten werde es eventuell eine Lösung mit einem mobilen Bauwagen geben, sagte Weigel-Greilich.

An der Ecke Bergstraße/Über der Seife soll ein Verkehrsspiegel angebracht werden (Antrag der FW). Private Grundstückseigentümer sollen dazu angehalten werden, ihre Streuobstbestände von Misteln zu befreien (Antrag SPD). SPD, FW und Grüne fordern gemeinsam, eine Verlegung des Schulwegs im Bereich Teilgärtenweg/Im Kleefeld/Krautgärten zu prüfen.

Am 30. März solle es einen kleinen Akt zur Umbenennung der Mehrzweckhalle in Sport- und Kulturhalle geben, berichtete Ortsvorsteher Thomas Euler. Marion Viehmann (FW) erinnerte daran, dass auch die Bushaltestelle umbenannt werden muss.

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