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Das Klaviertrio Würzburg nimmt den Beifall entgegen.

Kammermusikalische Perlen

  • VonSascha Jouini
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Gießen (jou). Das Klaviertrio Würzburg trat schon häufiger in Gießen auf. Bei ihrem sechsten Gastspiel boten die Schwestern Karla-Maria (Klavier) und Katharina Cording (Violine) mit Peer-Christoph Pulc (Cello) im Hermann-Levi-Saal des Rathauses ein Programm mit Gießen-Bezug: Sie widmeten sich im Winterkonzert Werken von Angehörigen des Strahlenforschers Wilhelm Conrad Röntgen.

Den Auftakt bildete das Trio Es-Dur der schwedischen Komponistin Amanda Röntgen-Maier (1853 bis 1894). Sensibel spielten die Musiker den poetischen Allegro-Kopfsatz. Der ausgefeilte, nordisch angehauchte Kompositionsstil war geprägt von thematischer Erfindungskraft und kunstvoller Verarbeitung der musikalischen Gedanken. Auch das klanglich dezente Scherzo bereitete mit seinem fragenden Gestus Vergnügen. Feinste Gemütsbewegungen fing das Ensemble beim sehnsuchtsvollen Andante ein. Das lebhaft-optimistische »Allegro con fuoco«-Finale setzte das i-Tüpfelchen auf eine ausgezeichnete Interpretation.

Von Amandas Ehemann Julius Röntgen (1855 bis 1932) stammt das Trio c-Moll op. 50. Der spannende Beginn sorgte für eine gebannte Erwartungshaltung, die sich im Verlauf des ersten Satzes erfüllen sollte - etwa beim konzentrierten Dialog der Instrumente oder bei geheimnisvollen Momenten. Die akkurate Abstimmung, vor allem aber die fantasievolle Ader der Künstler ließ staunen.

Welch kammermusikalische Perle sie präsentierten, zeigte sich auch beim Andante, in dem sie der volksliedhaften Melodie schier unerschöpfliche Schattierungen verliehen. Das Schluss-Allegro bezauberte nicht minder. Fanny Hensels Trio d-Moll bildete den gelungenen Abschluss des bereichernden, recht außergewöhnlichen Programms. Besonders berührten die kantablen Mittelsätze mit ihren intimen Zügen. Die Besucher zeigten sich davon tief beeindruckt und wurden für ihren lang anhaltenden Beifall mit einer weihnachtlichen Zugabe von Arcangelo Corelli belohnt.

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