Glücklich über die gelungene Kooperation sind unter anderem Sabine Schmidt-Nentwig, die Präsidentin des Landgerichts (3. v. r.), und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (r.). PM
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Glücklich über die gelungene Kooperation sind unter anderem Sabine Schmidt-Nentwig, die Präsidentin des Landgerichts (3. v. r.), und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (r.). PM

Justitia tagt in Leichtbauhalle

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Gießen(pm). Ein Teil der Fläche der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Rödgener Straße wird künftig vom Gießener Landgericht genutzt. Darauf haben sich Vertreter von Landgericht und Regierungspräsidium Gießen jetzt verständigt. Ziel ist die Erweiterung der Räumlichkeiten des Gerichts, das kurzfristig ein geeignetes Areal zur Errichtung eines Interimsgerichtssaales benötigt.

Ähnlich dem Beispiel des Landgerichts Limburg soll auch im Bezirk Gießen eine Leichtbauhalle errichtet werden, um die Corona-Abstandsregeln bei Verfahren mit mehreren Beteiligten umsetzen zu können. Damit könnte auch vermieden werden, dass das Gericht beispielsweise die Kongresshalle anmieten muss, in der am Mittwoch ein Prozess mit vielen Beteiligten beginnen wird.

Eigener Eingang für Inhaftierte

Das Regierungspräsidium stellt dem Landgericht an der Rödgener Straße eine geschotterte Fläche zur Verfügung, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. Der Bereich wird durch einen - zunächst provisorischen - Zaun abgetrennt. Nach Abschluss der Baumaßnahmen ist der zusätzliche Gerichtssaal dann unmittelbar von der Straße Stolzenmorgen durch zwei Zufahrten erreichbar, was Zuführungen unterschiedlicher Verfahrensbeteiligter erlaubt. So sollen Inhaftierte über einen eigenen Eingang zur Verhandlung gebracht werden können.

Erste Verhandlung am 4. September

"Als ehemaliger Landgerichtspräsident bin ich froh, die Justiz bei der Durchführung von größeren Verfahren unter Einhaltung der Corona-Regeln unterstützen zu können. An diesem Beispiel zeigt sich die gelungene ressortübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Landesbehörden", erläuterte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich im Rahmen eines Ortstermins.

Alle notwendigen Absprachen wurden unter Federführung des Landgerichtes zwischen der Eigentümerin, der Firma Revikon, dem RP Gießen als Nutzer und den zuständigen Stellen der Stadt Gießen - darunter Bauaufsicht, Brandschutz, Stadtwerke - getroffen. Das Gelände wird autark, unabhängig von der HEAE, mit Strom und Wasser versorgt.

Der Aufbau der von der Justizbehörde angemieteten Leichtbauhalle soll zehn Tage dauern. Die erste Gerichtsverhandlung ist für den 4. September angesetzt.

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