Jugendamt: "Schieflage" durch Überlastung

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Im Jugendamt der Stadt sei durch Überlastung eine "Schieflage" entstanden, die die Zusammenarbeit mit den freien Trägern ins Wanken bringe. Das sagte Gabi Keiner, stellvertretende Leiterin des Jugendamts, in einer Abschiedsrede vor dem Jugendhilfeausschuss. Mit vielen Dankesworten, Blumen und Geschenken wurden die Leistungen der 61-Jährigen gewürdigt, die als Geschäftsführerin zum Kinderschutzbund Gießen wechselt.

Im Jugendamt der Stadt sei durch Überlastung eine "Schieflage" entstanden, die die Zusammenarbeit mit den freien Trägern ins Wanken bringe. Das sagte Gabi Keiner, stellvertretende Leiterin des Jugendamts, in einer Abschiedsrede vor dem Jugendhilfeausschuss. Mit vielen Dankesworten, Blumen und Geschenken wurden die Leistungen der 61-Jährigen gewürdigt, die als Geschäftsführerin zum Kinderschutzbund Gießen wechselt.

Nach über 16 Jahren im Jugendamt, davon sieben in der Leitung, hat Keiner ihre Stelle gekündigt und damit viel Staub aufgewirbelt. Die Pädagogin kritisierte die zum Teil skandalisierende Presseberichterstattung – machte aber zugleich deutlich, dass immer schlechtere Arbeitsbedingungen sie mürbe gemacht hätten. Das rasante Wachsen der Einwohnerzahl, tausende unbegleitete junge Flüchtlinge in der Erstaufnahme, der massive Ausbau der Kleinkindbetreuung und des Kinderschutzes seien nicht mit entsprechendem Personalanstieg einhergegangen. Dass immer häufiger Routinesitzungen ausfielen und so die Kommunikation mit Verbänden litt, habe fatale Folgen: Eigeninteressen rückten in den Vordergrund statt das gemeinsame Aushandeln im Interesse der Sache, eigentlich die Stärke in Gießens Jugendhilfelandschaft.

Wie berichtet, ist nun eine Doppelspitze fürs Jugendamt geplant. Aus dem Ausschuss gab es Lob für dieses in der Stadtverwaltung innovative Vorhaben. "Das reicht nicht", ließ sich Keiner vernehmen. Die zwei Amtsleiterstellen seien "nur ein erster Schritt", kündigte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich an.

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