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So ähnlich könnten Hörsale bald wieder aussehen - die JLU plant ein »Präsenzsemester mit Einschränkungen« ARCHIVFOTO: SCHEPP

JLU-Pläne: Wieder mehr Präsenz

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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»Ein Präsenzsemester mit Einschränkungen« hat Uni-Präsident Joybrato Mukherjee in den vergangenen Tagen angekündigt. Vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen bleibt bis zum Vorlesungsbeginn im Oktober niedrig und die Zahl der geimpften Studierenden steigt.

A m 16. Juli enden die Vorlesungen - und damit auch vorerst der »maximal digitale Lehrbetrieb«. An diesem Kurs hatte man bis zuletzt festgehalten, weil eine so »kurzfristige Umstellung viele Studierende, die derzeit gar nicht in Gießen leben, vor logistische Herausforderungen stellen würde«, teilte das Präsidium der Justus-Liebig-Universität mit. Auf Anregung von Senatsmitgliedern diskutierte der Senat nun am Mittwoch »Öffnungsstrategien bei nachlassender Gefährdung durch das pandemische Geschehen«. Zuvor hatte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee »ein Präsenzsemester mit Einschränkungen« angekündigt.

Mukherjee unterstrich in der Sitzung: »Wir wollen Normalität und Campusleben reorganisieren.« Und man wolle im Wintersemester so öffnen, dass diese Aufgaben nicht mehr primär beim Krisenstab liegen. Mukherjee betonte in diesem Zusammenhang, dass die Dekanate der Fachbereich gesetzlich für die Sicherstellung der Lehre verantwortlich sind. Daher sei es auch ihr Recht, Vorlesungen und Seminare mit Hygiene und Abstand selbst zu organisieren. Räumlich unterschiedliche Campusse und Gebäude erfordern selbstredend auch verschiedene Konzepte.

Damit machte Mukherjee einen Punkt klar, auf den die Uni im Wintersemester 2021/22 auch über den Lehrbetrieb hinaus baut: Eigenverantwortung. Natürlich unter der Prämisse, dass die Corona-Inzidenz niedrig bleibt und auf Grundlage der hessischen Verordnungen. In wieder geöffnete Gebäuden müsse dann wie im Supermarkt jeder selbst auf Abstand achten,

JLU baut auf Selbsttätigkeit

Auf Fragen aus dem Senat, wie das konkret aussehen könnte, ob man Studierende vor Seminare dann nach Test oder Impfstatus fragen müsste, sagte Kanzlerin Susanne Kraus, die genaue Praxis werde bis zum Vorlesungsbeginn im Oktober in den Dekanaten noch erörtert. Ebenso wie die Impfstrategie für Studierende, die die JLU kürzlich angekündigt hat. Kraus informierte, sie sei in Gesprächen mit dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie dem hiesigen Impfzentrum - das sei auch bereit, Studierende zu impfen, sofern das Land die Dosen stelle. Allerdings schließt das voraussichtlich schon im September. Die Kanzlerin nannte den ehemaligen ProMarkt in der Karl-Glöckner-Straße, den die Uni angemietet hat, als räumliche Alternative. Zudem gebe es eine Initiative des Allgemeinen Studierendenausschusses, der selbst rund 2400 Impfdosen organisiert habe. Genaueres werde in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Nicht zuletzt ausschlaggebend für einen gesicherten und womöglich noch teils hybriden Lehrbetrieb im Wintersemester ist auch das Thema Datenschutz. Der hessische Datenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel habe intensiv geprüft und erwarte von der JLU »sichtbare Anstrengungen« bis Ende des Semesters, berichtete Prof. Alexander Goesmann, Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur. Vor allem die Videokonferenzsysteme Webex, MS Teams und Zoom seien nicht hinreichend datensicher. »Ich hoffe nicht, dass wir alles ablegen müssen, was sich bewährt hat«, sagte Goesmann, der gleichwohl Verständnis für die Bedenken signalisierte.

Mehr Präsenz werde jetzt bereits für Lehr- und Prüfungsformate ermöglicht, die in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden. Die ausformulierten Pläne der Fachbereiche für das Wintersemester werde man bis Ende Juli veröffentlichen, informierte das Präsidium. Konkreter wurde es darüber hinaus in dem als Meinungsaustausch gedachten Punkt nicht.

»An diesen sonnigen Tagen freuen wir uns vor allem darüber, dass nach den harten Wochen und Monaten des Lockdowns jetzt schrittweise dass Leben an die JLU zurückkehrt«, schrieb das Präsidium bereits Mitte Juni.

So hatte zuletzt der Botanische Garten wieder seine Pforten geöffnet, die Unibibliothek ihre Öffnungszeiten erweitert und der Hochschulsport plant ein Sommerferienprogramm in Präsenz.

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