Freibad Gießen im Corona-Modus: Pfeile geben Fußwege und Schimmrouten vor, Schilder mahnen zum Abstand.
+
Freibad Gießen im Corona-Modus: Pfeile geben Fußwege und Schimmrouten vor, Schilder mahnen zum Abstand.

Einzeltickets ausgebucht

Freibad Gießen: So läuft es an der Ringallee in der Corona-Phase

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
    schließen

Nach einer geruhsamen ersten Woche sorgt Sonnenschein für Andrang an der Ringallee. Beim Spontanbesuch dürfte es schwierig werden.

Gießen - Online-Buchung für Eintrittskarten, ein Extra-Empfang mit Sicherheitsleuten, überall Warnschilder: Die Freibadsaison unter Corona-Bedingungen ist für Stadtwerke wie Besucher gewöhnungsbedürftig. Nach einer geruhsamen, weil kühlen ersten Woche stand am Montag der erste Härtetest an. Bei sommerlichem Wetter waren die Einzeltickets für die Ringallee erstmals ausgebucht.

Laut den Stadtwerken Gießen blieb der Andrang überschaubar. Es seien keine Dauerkarteninhaber an der Kasse abgewiesen worden. Diese - darunter rund 40 000 Studierende mit Semesterticket - können keinen Zugang vorab reservieren.

In Pandemie-Zeiten dürfen nur 500 Menschen am Tag auf das Gelände, normalerweise können es an einem Spitzentag mehrere tausend sein. Ein Fünftel der Plätze wird freigehalten für die Dauerkartenbesitzer. Diese Quote könnte bei Bedarf »nachgebessert« werden, erläutert Sprecherin Ina Weller auf GAZ-Anfrage

Freibad Gießen: Hoffnungsschimmer für Stadtteilbäder?

Das E-Ticket sei »Neuland« für alle Beteiligten, so Weller. »Wir beobachten diesen Vertriebsweg permanent und haben in den ersten Tagen nachgesteuert, damit alles reibungslos klappt.«

In den ersten acht Tagen bis Sonntagabend zählten die SWG 1652 Besucher im Freibad Ringallee. 818 weitere kamen zum Schwimmen in der Halle ins Westbad. Bei zunehmender Wärme und Sonne waren am Montagmittag sämtliche Einzelkarten für Montag und Dienstag ausgebucht waren. Ab Mittwoch ist wieder Regen vorhergesagt.

Ingrid Rohde stört das nicht. Die 74-Jährige gehört zur »Frühschwimmerclique«, die bei fast jedem Wetter täglich ihre Bahnen zieht. Gerade nach der langen Pause findet die Gießenerin das »einfach wun-der-bar. Das ist mein Sommerurlaub.« Die Seniorin hatte Bedenken, ob sie mit der digitalen Dauerkarte zurechtkommt, »aber das war kein Problem«.

Freibad Gießen: „Die Stadtwerke hätten das früher hinbekommen können“

Neben ihr trocknen sich zwei Studentinnen ab, die schwimmend »Dampf ablassen in der Klausurenphase«. Endlich, sagen beide: »Die Stadtwerke hätten das früher hinbekommen können.« Mit ihren Semestertickets haben sie freien Eintritt, müssen bei großem Interesse aber früh kommen, um sicher Zugang zu erhalten. »Blöd, dass wir nicht vorbuchen können«, sagen die jungen Frauen. Die SWG haben diese Möglichkeit bewusst ausgeschlossen, um zu vermeiden, dass Dauerkartenbesitzer vorsorglich Plätze blockieren und dann doch nicht nutzen.

Den Ärger in Kleinlinden und Lützellinden heizt die Sonne indes an. Aus Wellers Auskunft zur Frage, ob die Freibäder in den Stadtteilen noch öffnen, kann man einen kleinen Hoffnungsschimmer herauslesen: »Das wird leider - und wir betonen LEIDER - wahrscheinlich eher nicht der Fall sein.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare