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Vier Mitglieder des ACE-Clubs kontrollieren die Mindestabstände bei Lkws auf dem Gießener Ring.

Jeder Dritte fährt zu dicht auf

  • VonBarbara Czernek
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Gießen (bac). Die Nichteinhaltung von Mindestabständen ist eine große Gefahr im Straßenverkehr. Besonders oft wird dies bei Lkw-Fahrern festgestellt. Diesem Gefahrenpunkt geht der ACE Auto Club Europe regelmäßig nach. Am Freitag kontrollierte der ACE auf der Brücke im Ursulum, die über die Autobahn 485 (Gießener Ring) führt, 90 Minuten lang (zwischen 9.

15 Uhr und 10.45 Uhr) Lkws und deren Mindestabstände.

Dabei wurden 309 Lkw gezählt, von denen 100 den Mindestabstand nicht eingehalten haben - so das Fazit dieser Zählung. »Im vergangen Jahr haben wir diese Zählung ebenfalls unter den gleichen Bedingungen durchgeführt. Damals zählten wir 466 Fahrzeuge, wovon 144 die Abstände nicht einhielten. Das Ergebnis beider Zählungen ist dennoch das Gleiche: Etwa ein Drittel der Lkw hält diese Mindestabstände nicht ein«, erläutert der Regionalbeauftragte des Clubs Hessen, Jens Womelsdorf.

»Der Zeitdruck auf die Lkw-Fahrer ist mit den Jahren enorm gestiegen«, sagt Gerd Wegel, ACE-Kreisvorsitzender Mittelhessen, dazu. Er war selbst 30 Jahre Brummi-Fahrer und weist darauf hin, dass die Fahrer heute so eng getaktete Termine vorgegeben bekämen, bei denen kaum Spielraum bliebe. Dies führe zwangsläufig zu solchen Regelverstößen. »Die Lkw-Fahrer sind immer das fünfte Rad am Wagen. Durch das immer stärkere Einkaufsverhalten im Internet wird diese Situation noch begünstigt. Alles muss sofort und schnell verfügbar sein. Das hat dazu geführt, dass die Lagerhaltung auf die Straße verlegt wurde«, fügte Womelsdorf hinzu. Die Zunahme des Lastverkehrs führe außerdem zu den enormen Straßen- und Brückenschäden, da bei den meisten dieser Bauten aus den 1960er Jahren diese Mehrbelastung noch gar nicht absehbar gewesen sei. Das Ergebnis könne man aktuell sehr gut bei der Salzbachtalbrücke sehen.

»Mit dieser Zählung wollen wir auf dieses Gefahrenpotenzial aufmerksam machen und auch zum Nachdenken anregen. Daher haben wir uns einen ganz normalen Arbeitstag und eine ganz normale Uhrzeit ausgesucht«, ergänzt Womelsdorf.

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