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Mensch und Maschine treffen in Karlheinz Schuhmachers Fotos aufeinander. FOTO: BF

Jede Menge Denkanstöße

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Gießen(gl). Menschen von Kabeln umwickelt. Nackte Haut, auf der Lichtbänder mit Codes zu sehen sind. Die Umarmung zweier Menschen gespiegelt in der Bewegung eines Roboterarms: Fotograf Karlheinz Schuhmacher präsentiert in der Zentrale der Sparkasse Fotos zum Thema künstliche Intelligenz.

Neotonale Musik von Martin Blankenhagen erklang am Dienstagabend in der Sparkassenzentrale. Zahlreiche Besucher betrachteten großformatige Fotografien, die auf Stellwänden und von der Empore herab aufgehängt waren. Und dann sorgten auch noch ein Kurzvortrag und eine Digitalpräsentation für Denkanstöße. Selten hat man eine Vernissage in der Sparkasse als ein solches Gesamtpaket erlebt. Aber kein Wunder, denn das Thema, das der Fotograf Karlheinz Schuhmacher in seiner Ausstellung thematisiert, ist anspruchsvoll, bietet eine Vielzahl von Facetten und jede Menge Diskussionsstoff. Denn es geht um künstliche Intelligenz und die Beziehung von Mensch und Maschine.

Schuhmacher, seit vielen Jahren für die Bundesbank in Sachen IT-Sicherheit tätig, ist Autodidakt. Er hat seine Aktivitäten beim Fotografieren in den letzten fünf Jahren noch einmal intensiviert und arbeitet aktuell mit einem Team von 14 menschlichen Modellen zusammen. Sechs von ihnen sind auf den in der Sparkasse ausgestelllten Fotos des Lohrarers zu sehen.

Mit "Wow-Effekt"

Dass es sich bei Schuhmachers Fotos zumeist um Aktdarstellungen handelt, soll die Verletzlichkeit des Menschen im Internet symbolisieren. "Wenn du dich im Netz bewegst, bist du ungeschützt und gibst alles preis", zitiert ihn die Laudatorin. Digitale Bilder auf die Oberflächenstruktur eines menschlichen Gehirns projiziert, eine Frau mit VR-Brille im Licht der Neonbeleuchtung einer Automesse oder eine Frau mit Dreadlocks, deren Haare sich mit den Kabeln eines Verteilerkastens zum Gewirr verbinden - Schuhmacher lässt in seinen Fotografien immer wieder den Mensch und die Maschine zusammentreffen. Die insgesamt 33 Fotografien in der Sparkasse sind zwar von einem Menschen aufgenommen worden, aber am Computer perfektioniert worden. Und das hat unbestritten jenen "Wow-Effekt", den Prof. Dr. Martin Przewloka in seinem zehnminütigen Gastvortrag zum Thema "Leben digital" beschreibt. Der Wissenschaftler, Industriemanager, Unternehmer sowie Vorsitzender des Vorstandes "DAS Institut - Institut für Digitale Assistenzsysteme" stellt die - durchaus diskussionswürdige - These auf, dass Kunst auch durch künstliche Intelligenz geschaffen werden kann, wenn sie für eben jenen "Wow-Effekt" sorge.

Die Ausstellung ist bis zum 19. März während der Sparkassenöffnungszeiten zu sehen.

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