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Corona-Update

Jede Kita und Schule in Gießen bietet Notbetreuung

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Die Stadt Gießen bereitet sich auf den Montag vor, wenn die Erlasse der Landesregierung umgesetzt werden. Weitere Veranstaltungen fallen aus, die Stadtverwaltung und damit das Stadtbüro bleiben vorerst geöffnet.

Nach den Erlassen der Landesregierung zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus und den angekündigten einschränkenden Regelungen für Veranstaltungen ab 50 Personen im Landkreis Gießen hat auch die Stadt Gießen die weiteren Weichen gestellt. Bis auf weiteres werden auch kleinere städtische Veranstaltungen abgesagt. Dies betrifft zunächst die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Deportation der Gießener Sinti und Jenischen am Montag. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz wird stellvertretend für die Bürger/innen in Erinnerung an die Opfer der Deportation alleine Blumen am Mahnmal niederlegen. Auch die Volkshochschule hat Gesundheits- und Kochkurse sowie Chöre und Seniorenkurse abgesagt.

Stadtverwaltung bleibt offen

Die Gießener Stadtverwaltung - einschließlich der Stadtbibliothek - werde zwar geöffnet bleiben. Der Aufenthalt in der Bibliothek werde in den Sitzgruppen aber eingeschränkt. Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz erklärt dazu: "Wir werden die notwendigen Dienstleistungen unsere Verwaltung natürlich weiter anbieten. Wir möchten aber an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, sich möglichst wenig in Gruppen zu treffen und aufzuhalten. Wir sehen, dass die Gießener/innen und auch vielen Veranstalter sich bereits darauf eingestellt haben, ihres dazu zu tun, damit es nicht zu größeren Einschränkungen kommen muss. Wir appellieren daher an alle, in Eigenverantwortung darauf zu achten, dass insbesondere die Risikogruppen - wie alte Menschen - ausreichend vor Ansteckung geschützt sind. Das geschieht dadurch, dass man seinen Bewegungsradius entsprechend einschränkt." Je nach Lage kann es zu weiteren Einschränkungen kommen.

Keine zentrale Betreuung

Auch die Gießener Kindertagesstätten und die Tagespflege bieten nach dem Erlass des Landes Hessen ab Montag keine Kinderbetreuung an. Die Stadt weist aber darauf hin: Dies bedeutet nicht, dass die Einrichtungen geschlossen sind. Vielmehr werden alle Beschäftigten in allen Einrichtungen dafür sorgen, die Notfallbetreuung in der jeweiligen Kita zu organisieren. Die Stadt wird keine zentralen Betreuungsstellen schaffen. Jede Kita wird in den vorhandenen und den Kindern bekannten Räumen in kleinen Gruppen dafür sorgen, dass Eltern, die in der derzeitigen Lage dringend an ihren Arbeitsstätten gebraucht werden, auch arbeiten können.

Notbetreuung ist nach Erlass insbesondere notwendig für Eltern, die in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz tätig sind. Außerdem gilt sie aber auch für Beschäftigte, die in Bereichen zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge (Energie, Telekommunikation, Ver- und Entsorgung etc.) und der notwendigen öffentlichen Verwaltung tätig sind. "Diese Aufzählung ist nicht abschließend, Härtefälle sollen und können nicht auf einzelne Berufsgruppen beschränkt bleiben," erklärt Gießens Jugenddezernentin Gerda Weigel-Greilich. "Die Einschätzung, ob eine Notbetreuung notwendig ist, wird von den betroffenen Eltern zunächst eigenverantwortlich vorgenommen. Der Montag und der Dienstag wird von den Kindertagesstätten und den Tagespflegepersonen zunächst dazu genutzt, eine Bestandsaufnahme über die Größenordnung der benötigten Notbetreuungsplätze vorzunehmen," so Weigel-Greilich. Die Kita-Leitungen wurden entsprechend informiert.

Dieses Vorgehen entspricht auch der Forderung des Hessischen Städtetages, den Wochenbeginn als Übergangszeit dazu zu nutzen, sich einen Überblick über den tatsächlichen Notfall-Bedarf zu verschaffen. "Wir werden die Eltern nicht im Stich lassen und gleichzeitig natürlich die Ausbreitung des Virus bekämpfen", so Weigel-Greilich.

Für die Notbetreuung in den Schulen werden die jeweiligen Schulleitungen sorgen. Für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen am Nachmittag gilt der gleiche Grundsatz wie für die Kitas: Für die Notbetreuung vor Ort ist gesorgt.

Foto: Scepp

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