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Tatiana Gromtseva, Marina Sagorski und Julia Bossert in der Petruskirche. FOTO: JOU

Jahreszeiten fein beleuchtet

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Gießen(jou). Beim gut besuchten Meditationskonzert zum Jahreswechsel in der Petruskirche dominierte besonders die Musik: Kantorin Marina Sagorski am Klavier brachte mit Violinistin Tatiana Gromtseva und Cellistin Julia Bossert eine Triobearbeitung von Peter Tschaikowskys Klavierzyklus "Die Jahreszeiten" op. 37 zu Gehör. Pfarrer Matthias Leschhorn bereicherte das Programm am Silvesterabend mit einer in Kalabrien spielenden Geschichte, die anregte, sich erbauliche Erlebnisse jeden Abend aufs Neue vor Augen zu halten.

Der Zyklus verband kontrastreich ruhige und lebhafte Musik. Im Januarstück erfüllte - unterstrichen durch das schummrige Licht - gemütliche Atmosphäre den Saal bei den gefühlvoll intonierten romantischen Melodien. Auch im Verlauf spielte das Ensemble schattierungsreich, stets harmonisch aufeinander abgestimmt. Die den Stücken zugeordneten Gedichte vergegenwärtigten den jeweiligen Charakter der Monate. So konnte man sich bei der Februarmusik zu Versen von Wjasemski buntes Fastnachtstreiben vor Augen halten. Demgegenüber weckte die Märzmusik zu Apollon Maikows "Lied der Lerche" naturhafte Assoziationen. Das Aprilstück knüpfte daran an und bezauberte durch anmutige Dialoge zwischen den Instrumenten. Im folgenden Stück fühlte man sich an die tiefe Zufriedenheit erinnert, die sich in einer erholsamen Mainacht einstellen kann.

Im Ganzen schlugen die Künstlerinnen weite Bögen, gaben der Komposition dabei auch nachdenkliche Zwischentöne. Nach Gebet und Segen schloss sich bei dem walzerseligen Dezemberstück im doppelten Sinne der Kreis: Es bildete einen herzerwärmenden Ausklang des Zyklus, war zudem bereits vor einem Jahr zu hören gewesen. Für den kräftigen Beifall dankten die Musikerinnen mit einer Zugabe.

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