90 Jahre und kein bisschen müde

  • schließen

Gießen/Großen-Buseck (csk). Das wichtigste Geschenk lässt auf sich warten. In diesem Jahr wird der Rot-Weiß-Club Gießen (RWC) jedenfalls noch nicht an seinen angestammten Platz im Uferweg zurückkehren. Während die Arbeiten für das neue DLRG-Gebäude, in dem auch die mehr als 400 Rot-Weißen wieder eine Heimat finden sollen, derzeit Fahrt aufnehmen, feiert der 1929 gegründete Tanzsportverein sein 90-jähriges Bestehen. Der "Jubiläumsball" am Samstagabend im Großen-Busecker Kulturzentrum bildete dabei zugleich den Höhepunkt der 19. Gießener Tanztage.

Gießen/Großen-Buseck (csk). Das wichtigste Geschenk lässt auf sich warten. In diesem Jahr wird der Rot-Weiß-Club Gießen (RWC) jedenfalls noch nicht an seinen angestammten Platz im Uferweg zurückkehren. Während die Arbeiten für das neue DLRG-Gebäude, in dem auch die mehr als 400 Rot-Weißen wieder eine Heimat finden sollen, derzeit Fahrt aufnehmen, feiert der 1929 gegründete Tanzsportverein sein 90-jähriges Bestehen. Der "Jubiläumsball" am Samstagabend im Großen-Busecker Kulturzentrum bildete dabei zugleich den Höhepunkt der 19. Gießener Tanztage.

Zur Balleröffnung richtete Lullu Kühle, Vorsitzende des RWC, den Blick kurz zurück. Der Brand von Anfang Januar 2017 "steckt uns allen noch in den Gliedern", sagte sie und warb für zwei laufende Spendenaktionen zugunsten des neuen Clubheims. Unter dem Stichwort "Jahreszahlen" verkauft der RWC Patenschaften für jedes der 90 Vereinsjahre. Wer mit einem Datum zum Beispiel besondere Erinnerungen verbindet, kann sich auf einem Zeitstrahl im neuen Tanzsaal eintragen. Bei der Aktion "Parkett" finanzieren Teilnehmer hingegen gezielt die künftige Tanzfläche. 221 Quadratmeter wird sie groß. Für ebenso viele Teile sucht man Spender, die namentlich auf Schildern an der Wand verewigt werden sollen.

Aktive und Mitglieder geehrt

Die Feierlaune ließen sich die gut 250 Ballgäste trotz aller Schwierigkeiten rund um das Clubheim nicht verderben. Zwischen den einzelnen Programmpunkten wirbelten sie, wie es sich für einen Tanzsportverein gehört, ausgelassen, schwungvoll und gekonnt über das stets gut gefüllte Parkett. Als erste Showgruppe des Abends machten die "Little Uniques", die RWC-Kindergruppe, dem Publikum ihre Aufwartung. Später folgte ein viel umjubelter Auftritt der "Flying Petticoats" aus Nüsttal. Sie ließen optisch sowie tänzerisch die Wirtschaftswunderzeit wieder aufleben – unter anderem mit Boogie-Woogie und Rock’n’Roll. Und schließlich brachte die "Latin Explosion"-Show von Marcus Sommer-Krick und Luana Sommer den Saal zum Kochen.

Obwohl oder vielleicht gerade weil "der Tanzsport bundesweit etwas nachlässt", wie Kühle bei der Begrüßung feststellte, durfte auch ein hochklassiger sportlicher Wettkampf nicht fehlen. So sahen die Gäste das Halbfinale und das Finale des ersten von fünf Qualifikationsturnieren in der bundesweiten Serie "Leistungsstarke 66". Als Gewinner wurden Thomas und Annette Kreuels vom TSC Mönchengladbach gekürt.

Stellvertretend für die erfolgreichsten Rot-Weiß-Clubler hatte Kühle zuvor Ullrich und Carmen Sommer gewürdigt, die nicht zuletzt fünffache Deutsche Meister in den lateinamerikanischen Tänzen sind. Helga Baums hält dem Verein seit 1950 die Treue – und firmiert damit als "dienstältestes Mitglied", wie Moderator Dr. Kai Maaß es formulierte. Sie wurde dafür ebenso geehrt wie Ullrich Pfeiffer für 50 Jahre im Club. Die musikalische Gestaltung des Balls übernahm das Duo "City Rhythm" (Frank Mignon und Anita Vidovic).

Das wichtigste Geschenk zum 90. Geburtstag wird sich unterdessen wohl um mehr als ein Jahr verspäten. Wenn der Wiederaufbau des DLRG-Gebäudes in diesem Frühjahr beginnt, könne der Rot-Weiß-Club, der aktuell in der ehemaligen Gaststätte des Waldstadions beheimatet ist, hoffentlich Ende 2020 an seinen angestammten Platz zurückkehren, hieß es am Samstag unter den Ballgästen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare