Poppe in Gießen wird nun von einem Insolvenzverwalter gesteuert. FOTO: SCHEPP
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Poppe in Gießen wird nun von einem Insolvenzverwalter gesteuert. FOTO: SCHEPP

Traditionsbetrieb pleite

Bei Poppe in Gießen regiert nun der Insolvenzverwalter

  • Jens Riedel
    vonJens Riedel
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Der traditionsreiche Autozulieferer Veritas AG, dem auch die Poppe GmbH in Gießen angehört, hat Insolvenz angemeldet. 2200 Mitarbeiter, davon 320 in Gießen, sind betroffen.

Gießen (jri). Der Autozulieferer Veritas AG, zu dem auch die Gießener Poppe GmbH im Ohlebergsweg gehört, hat am Donnerstag beim Amtsgericht Hanau Insolvenz angemeldet. Betroffen sind alle deutschen Gesellschaften der Veritas AG mit 2200 Mitarbeitern, darunter etwa 320 in Gießen. Die Insolvenz hatte sich abgezeichnet, nachdem die Suche nach einem Investor geplatzt war. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit Umsatzrückgängen hatten den Investorenprozess massiv beeinträchtigt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Poppe-Veritas-Gruppe wurde Jan Markus Plathner (Kanzlei Brinkmann und Partner) bestellt. Mit dem Insolvenzverfahren hofft der Veritas-Vorstand auf die nachhaltige Sanierung und Neuausrichtung des Unternehmens. Denn die Veritas AG kämpft schon seit längerer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im letzten veröffentlichten Jahresbericht hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 ein Minus von fast 34,5 Millionen Euro angegeben.

Veritas stellt Schläuche, Leitungen, Luftzirkulationssysteme und Dichtungen her. Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück bis 1849, damit ist die Veritas AG das älteste kautschukverarbeitende Unternehmen Deutschlands. Den Teilkonzern Poppe gründete Carl Wilhelm Poppe 1911 in Gießen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Produktionsanlagen von Poppe bei Luftangriffen fast vollständig zerstört. Der Wiederraufbau war erfolgreich, das Unternehmen florierte. 1958 erwarb Poppe Aktienmehrheiten der Veritas Gummiwaren AG und der Ullrich Gummiwerke AG. Die heutige Veritas AG wurde nach mehreren Umfirmierungen 1999 etabliert.

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