Insektenschwund klären

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Gießen (pm). In Deutschland gibt es immer weniger Insekten. Diese besorgniserregende Entwicklung, die seit Jahrzehnten zu beobachten ist, gefährdet auch die Artenvielfalt in Naturschutzgebieten. Grundlegende Fragen zur Ursache des Insektenschwundes sind nach wie vor ungeklärt. Vor diesem Hintergrund startet der Naturschutzbund Deutschland NABU mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und sieben weiteren Partnern ein umfassendes Forschungsprojekt. Ziel des Projektes DINA (Diversität von Insekten in Naturschutz-Arealen) ist es, erstmals wissenschaftlich basiert die Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten zu erfassen und zu dokumentieren.

Bund stellt Mittel bereit

Von der JLU ist Prof. Birgit Gemeinholzer vom Institut für Botanik beteiligt. Sie erforscht im Teilprojekt "Untersuchung der Pollen- und Insektendiversität in Naturschutzgebieten", welche Nahrungspflanzen von den Insekten genutzt werden.

Das Projekt wird durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 4,2 Millionen Euro gefördert, auf das Teilprojekt der JLU entfallen rund 212 000 Euro. Träger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

"Ein Drittel der 33 000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten ist gefährdet. Es ist davon auszugehen, dass vor allem die intensive Landnutzung zum Insektenrückgang in Naturschutzgebieten beiträgt", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Mit diesem Projekt wollen wir herausfinden, wie stark sich der Einsatz von Pestiziden und der Verlust insektenfreundlicher Strukturen durch Landwirtschaftsflächen auf Naturschutzgebiete auswirken."

Dazu sollen über vier Jahre bundesweit in 21 repräsentativen Gebieten die Insektenpopulationen erfasst werden. Bereits in diesem Sommer werden Insektenfallen in Gebieten aufgestellt, die an landwirtschaftlich genutzte Flächen grenzen. Im Monitoring wird zum einen die Masse der Insekten erfasst, zum anderen werden vollständige Artenlisten durch modernste genetische Methoden erstellt. Neben der Erforschung der Insekten sollen auch Faktoren wie Landnutzung, ökotoxikologische Einflüsse und die Zerstörung von Habitaten erfasst werden, die Einfluss auf den Insektenrückgang haben können.

Auch die Bevölkerung soll durch Veranstaltungen für das Thema Insektensterben und Artenvielfalt sensibilisiert werden.

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