+
Aus dem alten Postverteilzentrum sind stylische Büros geworden. Foto: Schepp

Coworking-Space

Innovative Büros in Neuer Post in Gießen eröffnet

  • schließen

Nach vielen Jahren Leerstand in der Neuen Post ist am Donnerstagabend wieder Leben in das ehemalige Postverteilzentrum in der Bahnhofstraße eingekehrt.

Die alte triste Halle, in der früher Briefe und Pakete verteilt werden sollten, ist nicht wieder zu erkennen. Zwar hat das ehemalige Postverteilzentrum im ersten Obergeschoss der Neuen Post in der Gießener Bahnhofstraße seinen industriellen Charme mit Sichtbeton, alten Bahnhofsuhren und offengelegte Rohren behalten, digitale Stelen, moderne Lampen und bunte Designermöbel machen daraus aber nun einen urban anmutenden Coworking-Space.

Insgesamt stehen 1800 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die 1000 Quadratmeter große Halle wurde im Zuge der Umbauarbeiten aufgeteilt. Rund 500 Quadratmeter hat Mark Pralle für seine Firma "Fabric19" angemietet. Der Ankermieter ist gemeinsam mit Sebastian Schmidt, Gründer des Coworking-Anbieters "Sleeves Up!" aus Frankfurt, aber auch Anbieter des gemeinsamen Coworking-Space mit dem Namen "Gießen City".

Für das Geschäft mit den "Schreibtischen auf Zeit" stehen in dem offenen Coworking-Bereich flexible, aber auch feste Arbeitsplätze zur Verfügung. Zudem können Einzelbüros oder Teambüros angemietet werden. Darüber hinaus gibt es Besprechungsräume sowie eine "Pitch-Area" samt Tribüne, auf der Workshops, Vorträge oder andere Events stattfinden können. Büros und Konferenzräume können sogar stundenweise angemietet werden. Die Lage in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof macht dieses Angebot für eine Reihe von Unternehmen und Geschäftsleuten interessant.

Für Pralle und Fabric19 war der Umzug an den Bahnhof notwendig geworden, da das Unternehmen am alten Standort an die Grenzen gestoßen war. "Auf der Suche nach neuen Räumen bin ich irgendwann auf diese Halle gestoßen", sagt Pralle. Da sie aber zu groß war, entschied er sich, mit Schmidt zu kooperieren. Auch er war von der Idee, einen Coworking-Space in Gießen zu eröffnen, überzeugt. "Eine solches Konzept in einer solchen Location hat man wirklich nicht überall. Die Nachfrage nach diesen Büros ist überragend", betont der Coworking-Experte, der Anfang des kommenden Jahres seinen elften Space eröffnen will.

Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zeigte sich begeistert von der Veränderung im Postverteilzentrum: "Ich bin froh, dass wir so innovative, aber auch mutige Unternehmer in Gießen haben", sagte die OB im Rahmen der Eröffnung vor rund 120 Gästen.

Was Coworking bedeutet

Coworking ("zusammenarbeiten") ist eine relativ neue Arbeitsform. Freiberufler, Startups oder digitale Nomaden arbeiten dabei in meist größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und sollen voneinander profitieren. Ein Coworking-Space stellt Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume, aber auch Briefkästen, Tischkicker, Getränke und sogar die Milch für den Kaffee) zeitlich befristet zur Verfügung und ermöglicht die Bildung einer Gemeinschaft. In Gießen gibt es Coworking-Spaces unter anderem bereits im Alten Schlachthof oder in der Raumstation3539.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare