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»In junger Stadt muss Bildung höheren Stellenwert haben«

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Von: Marc Schäfer

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Leo Hoßner im Gespräch mit GAZ-Redakteur Marc Schäfer. BF © Oliver Schepp

Auf Bänken kommt man ins Gespräch, das hat sich in der Pandemie gezeigt. Um zu erfahren, was die Gießener bewegt, verabreden sich GAZ-Redakteure in den Sommerferien mit Menschen zum Schwätzchen. Der »Kandidat« heute ist Leonard Hoßner (15).

Sagen Sie mal, Herr Hoßner, was nervt Sie derzeit in der Stadt?

Hoßner lebt im Südviertel, nicht weit vom Uni-Hauptgebäude. »Hier in der Ludwigstraße fahren die Autos oft viel zu schnell. Das nervt mich«, sagt er. Überhaupt sei die Verkehrslage in der Innenstadt für ihn, der meist mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, ein Ärgernis. Genau wie die Scherben, die samstags- und sonntagsmorgens immer die Ludwigstraße pflastern. »Dann hier mit dem Rad zu fahren, ist fast unmöglich.« Als Schüler der Liebigschule ärgert sich Hoßner darüber, dass es seit Jahren keinen erkennbaren Fortschritt beim Neubau der Turnhalle gibt. »Die alte Halle sollte schon längst abgerissen sein, passiert ist bis heute nichts«, sagt er.

Und was gefällt Ihnen aktuell besonders gut?

Bei dieser Frage muss Hoßner nicht überlegen. »Es gefällt mir, dass es hier sehr viele junge Leute und eine bunte Kulturszene gibt. Aus meiner Sicht trägt das maßgeblich zur Politik in Gießen bei. »Ich habe das Gefühl, dass Gießen mit Blick auf die Klimawende voranschreitet und dass diese Stadt das Potenzial hat, eine Verkehrswende einzuleiten.

Wen wollten Sie immer schon mal loben?

Hoßner ist politisch interessiert, daher verwundert es nicht, dass er »die Arbeit der engagierten Bürger in Bürgerinitiativen lobenswert« findet. Dazu zählt er auch Menschen, die Demonstrationen organisieren, deren Ziel eine soziale und klimaneutrale Zukunft sind. »Ich finde es super, dass man in Gießen viele Menschen trifft, die die Zukunft mitgestalten wollen.«

Bitte beenden Sie folgenden Satz: »Für Gießen wünsche ich mir…

… »dass es in der Innenstadt bald ein Tempolimit von 30 km/h gibt und die Stadt ein eigenes Car-Sharing-Angebot organisiert und sich dafür einsetzt, dass mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten«, sagt Hoßner. Dass es auch ohne Auto geht, weiß er genau. Schon seit drei Jahren verzichtet seine Familie nämlich darauf und nutzt ein Car-Sharing. »Ach, und ein ÖPNV-Netz mit Oberleitungsbussen. Das wäre auch noch so ein Wunsch.«

Was würden Sie als erstes in Angriff nehmen, wenn Sie Oberbürgermeister wären?

Hoßner würde an den Wünschen für Gießen arbeiten, die Innenstadt grüner machen. Ein weiteres großes Anliegen wären ihm interessante außerschulische Förder- und Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen, »die den Inhalt des schulischen Lehrplans überschreiten.« »In einer jungen Stadt wie Gießen sollte Bildung einen höheren Stellenwert haben«, betont der Gymnasiast. »Und an Schulen sollte mehr auf die Qualifikation der Lehrer geachtet werden, Aber ich weiß, da könnte ich wohl auch als Oberbürgermeister nichts machen.« mac

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