Harfenistin Hye-Jin Kang. JOU
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Harfenistin Hye-Jin Kang. JOU

Impressionistische Klangwelten

  • vonSascha Jouini
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Gießen(jou). Zum Saisonausklang der Kammerkonzerte präsentierten versierte Musikerinnen am Sonntagvormittag im Theaterfoyer wieder extra den Abonnenten französische und spanische Musik vorwiegend impressionistischer Art. In Form und Struktur erschienen die meisten Werke nicht sehr kompliziert, umso mehr bestachen sie durch farbige Harmonik sowie intensive Atmosphäre. So gleich zu Beginn Alphonse Hasselmans Solostück "La Source". Harfenistin Hye-Jin Kang schöpfte den Facettenreichtum der Dreiklangsbrechungen aus, zeichnete zudem die Melodie plastisch.

Kang sowie ihre Musizierpartnerinnen Carol Brown (Flöte) und Yumiko Noda (Violine/ Bratsche) bestachen durchweg mit ihrem melodiösen Spiel, passten sich dabei perfekt der Saalakustik an. Ob nun Jacques Iberts "Deux Interludes" oder Marcel Tourniers "Nocturne" op. 21 - stets gefiel die stimmungsvolle, detailverliebte Vortragsweise. Nicht selten lud die Musik zum Schwelgen ein.

Hoffentlich bald für größeres Publikum

Brown skizzierte zu Claude Debussys berühmtem Flötenstück "Syrinx" den zugrundeliegenden Mythos um die verlorene Liebe des Hirtengottes Pans zur Nymphe Syrinx und regte so die Fantasie der Hörer an. Die feinen Schattierungen, die sie der Musik verlieh, sorgten für ein Aha-Erlebnis.

Zum Genuss geriet auch die leidenschaftliche Interpretation von Maurice Ravels "Pièce en forme de Habanéra" für Violine und Harfe. In schwungvolle, folkloristisch geprägte Fährten nahm danach Manuel de Fallas "Danza Espanola" Nr. 1 mit.

Zu wünschen ist, dass die Kammerkonzerte in der kommenden Saison wieder allen Musikinteressierten offenstehen, gegebenenfalls im großen Saal als Ausweichquartier, um das Abstandsgebot einzuhalten. Die Begeisterungsfähigkeit, mit der Harfenistin Kang etwa bei Debussys "Clair de Lune" zarteste Zwischentöne erzeugte, schrie geradewegs nach einem größeren Publikum.

Den gelungenen Abschluss bildete Debussys 1915 entstandene Sonate mit der ungewöhnlichen Besetzung Flöte, Viola und Harfe sowie der beinahe suitenhaften Konzeption; mannigfaltige Klang- und Ausdrucksdimensionen taten sich hier auf.

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