Immer weniger Sendezeit für das hr-Studio Mittelhessen

Gießen (mö). Der Hessische Rundfunk hat die massive Streichung von Sendezeit seiner Regionalstudios in Gießen, Darmstadt und Fulda fortgesetzt. Am vergangenen Freitag sendete das am Gießener Kirchenplatz gelegene Studio zum letzten Mal sein einstündiges Nachmittagsmagazin für die mittelhessischen Hörer von HR 4.

Damit hat der öffentlich-rechtliche Sender binnen eines Jahres die Sendezeit für regionale Themen von über zwei Stunden auf jetzt nur 20 Minuten gekürzt.

Diese 20 Minuten verteilen sich auf vier jeweils fünfminütige Nachrichtensendungen mit Informationen aus der Region, die um 9.30 Uhr, 12.30, 14.30 und um 16.30 Uhr zu hören sind.

In einer Erklärung zur erneuten Umstrukturierung des Programms erklärte HR-Programmchef Rainer Götze vergangene Woche, damit böten die Regionalstudios "kompakte Informationen mit dem Neuesten aus der Region". Berichte aus Mittelhessen, die von überregionaler Bedeutung seien, würden zudem den ganzen Tag über im Gesamtprogramm von HR 4 gesendet. Mit dieser "breiten regionalen Streuung" bleibe die Welle HR 4 ein "echtes Hessenprogramm".

Die unterm Strich massive Kürzung von Sendezeit, deren eigentlicher Grund die Senkung von Kosten ist, hatte Anfang Mai vergangenen Jahres begonnen. Damals war das ebenfalls einstündige Mittagsmagazin aus dem Programm genommen worden, nun folgte – planungsgemäß – die Streichung auch der Nachmittagsstunde.

Die Sparpläne des HR für seine Regionalstudios waren im Februar 2011 bekanntgeworden. Damals stand sogar eine Kündigung des Mietvertrags mit der Stadt Gießen über die Studioräume am Kirchenplatz zur Debatte. In langen Verhandlungen mit dem gebührenfinanzierten Sender gelang es der Stadt dann, das prestigeträchtige Funkstudio in der City zu halten. Beide Seiten einigten sich auf eine Reduzierung der Mietfläche.

Während sich in die Debatte um die Zukunft des Studios vor Jahresfrist auch Kommunal- und Landespolitiker eingeschaltet hatten, wurde von den Einschnitten ins Programm kaum Notiz genommen. Kritische Wortmeldungen mittelhessischer Kommunalpolitiker, der heimischen Landtagsabgeordneten sowie des Regierungspräsidenten sind nicht überliefert. Die Gießener Stadtverordnetenversammlung hatte sich im Februar 2011 in einer Resolution für den Erhalt des Studios "in seiner jetzigen Form" ausgesprochen.

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