Christliche Kita. FOTO: MÖ
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Christliche Kita. FOTO: MÖ

Immer mehr christliche Kitas

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Gießen(mö). In Gießen hat sich das Gewicht bei der Trägerschaft von Kindertagesstätten zwischen Stadt und kirchlichen Trägern in den letzten 20 Jahren deutlich zugunsten der christlich orientierten Betreiber verschoben. Wurden 2001 noch 13 Kitas von der Stadt und 16 von evangelischen oder katholischen Trägern betrieben, sind es aktuell elf städtische und 22 christliche Kindergärten, davon neun katholisch und 13 evangelisch.

Dies geht aus Antworten von Jugenddezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) auf eine Anfrage des Stadtverordneten Michael Janitzki (Gießener Linke) hervor. Die Linksfraktion hat den Trend mehrfach im Stadtparlament problematisiert und die weltanschauliche Neutralität der christlichen Träger hinterfragt. Der Magistrat hält derlei Bedenken für unbegründet. Die christlichen Kitas seien weltanschaulich genauso offen wie die städtischen. Muslimische Eltern bevorzugten sogar Einrichtungen in christlicher Trägerschaft, hieß es wiederholt.

Bei den christlichen Trägern handelt es sich um Kirchengemeinden oder Sozialverbände wie die katholische Caritas oder die evangelische Diakonie. Nicht berücksichtigt in der Aufstellung wurden andere freie Träger, nach denen Janitzki nicht gefragt hatte. Etwa ein Dutzend Kitas werden von Elternvereinen oder den Hochschulen betrieben, eine von der Lebenshilfe.

Der Trend bei der Stadt geht auch aus haushaltspolitischen Gründen zu freien Kita-Trägern, zuletzt wurden zudem einige Kita-Neubauten in neuen Wohngebieten von Investoren errichtet und freien Trägern überlassen. Auch die Nähe zu Stadtteilzentren, die von kirchlichen Organisationen betrieben werden, spielt eine Rolle. So wird das geplante Familienzentrum an der Grundschule West von der Diakonie betrieben, die bereits für die Stadtteilarbeit zuständig ist.

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